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Sigrun Miller: Bye-bye, Corona!

Bild: Sigrun Miller
Bild: Sigrun Miller

"Corona befindet sich auf dem Rückzug!" Das sagen zumindest die RKI-Zahlen, die täglich während der Nachrichten in unsere Wohnzimmer gelangen. Der Ungeimpfte oder bisher nur einmal Geimpfte freut sich über diesen offensichtlichen Fortschritt und kann sich berechtigte Hoffnungen auf Verschonung einer Ansteckung mit dem lästigen, beziehungsweise unberechenbaren Covid-19-Virus machen. 

 

Was mich zu dem Zustand einiger Patienten mit Langzeitwirkung bringt, der den eigentlich harmlosen Namen Post-Covid (nach Covid) trägt. Leser unseres Blogs, die unsere Berichte seit über einem Jahr verfolgt haben, erinnern sich sicher an die junge Krankenschwester eines holländischen Krankenhauses, die sich beim Dienst auf der Corona-Intensivstation ansteckte und alle Stationen eines schweren Verlaufs der tückischen Krankheit durchmachen musste. Nach Genesung und Entlassung lebt sie seither alleine und abgeschirmt von einer möglichen erneuten Ansteckung und Verschlimmerung ihrer Lage in einer Wohnung in der Nähe ihrer Eltern, die sie mit Essen und notwendigen Artikeln des täglichen Bedarfs versorgen. Ab und zu darf sie ihren Mann und die Kinder für kurze Zeit empfangen. 

 

Wie ich jetzt erfahren habe, ist ihr Zustand immer noch weit entfernt von jeglicher normaler Lebensführung, mit anderen Worten: Sie lebt immer noch allein und fast ohne Kontakte, abgesehen von Telefonanrufen, in ihrer einsamen Wohnung. Ihren Pflegeberuf wird sie nicht mehr ausüben können. 

 

Man hört auch von anderen leichten bis schweren Einschränkungen von genesenen, aber geplagten Covid-Patienten, die über Bewegungsprobleme, Gedächtnisverlust oder ähnliche unangenehme Gebrechen klagen, die kein Mensch braucht, und die den Betroffenen daran erinnern, dass er mit dem Leben davongekommen ist. Ich wünsche allen Post-Covid-Leidenden eine totale Erlösung ihrer Beschwerden und eine baldige Rückkehr zur Normalität.    

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