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Dagmar Reichardt: Bleiben Sie zuversichtlich.

Foto: Anna Shveets.
Foto: Anna Shveets.

Mit diesem Satz, einem Blick in die Kamera und einem versteckten Lächeln verabschiedet sich Ingo Zamperoni am Ende der Tagesthemen. Immer wieder. Unermüdlich. Gerade am letzten Wochenende ist mir das wieder besonders aufgefallen. Nach durch und durch schlechten Nachrichten – denn mit positiven Nachrichten lässt sich anscheinend keine Nachrichtensendung gestalten – wirkt dieser Satz fast versöhnlich.

 

Zuversicht? Ständig drehen sich die Medien um Inzidenzzahlen – und wir mit ihnen. Wir sprechen aber nicht über das schon Erreichte. Dieser Blick auf das Negative macht traurig, resigniert und schlapp. Dabei gibt es auch Zahlen, die uns einen Energie-Kick geben könnten. Rund 80 Millionen sind bisher gesund geblieben – das ist die positive Zahl gegenüber inzwischen 3,16 Millionen insgesamt Infizierter. Und Stand heute sind (schon) 5,5 Millionen Menschen geimpft. Und täglich werden es mehr. Das hilft allen, auch denen, die noch nicht geimpft sind oder bei denen eine Impfung nicht wirkt (liebe Rita). Wir arbeiten an der Herdenimmunität. Ein Wort, das Zuversicht schenkt.

 

Zu-ver-sicht. Ein Mantra für alle, die das Glas immer halb leer sehen. Zu-ver-sicht. Es ist halb voll. Während wir auf der einen Seite über die Politik grollen, die nicht genug regelt, nörgeln wir gleichzeitig herum über Maskenpflicht und Abstandsregeln. Nörgeln gehört irgendwie zu den Deutschen. Das höre ich immer wieder von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, mit denen ich arbeite. Das ist mir persönlich peinlich. Damit möchte ich nicht verbunden werden.

 

Ich möchte als optimistisch, flexibel und krisenresistent beschrieben werden. Möchte als zukunftsgewandt und als gemeinschaftsorientierte AnpackerIn erkannt werden. Standen wir Deutschen nicht mal dafür? „Die Zuversichtlichen“ – das wäre doch ein Etikett, das uns heute gut stehen würde. Das uns als Land sicher besser durch die herausfordernde Zeit bringen könnte. Dazu gehört für mich auch, mit einem Lächeln durch den Tag zu gehen, auch wenn es unter einer Maske versteckt bleibt. Ach so: Maske ist auch doof? Doch wieder nörgeln? Nein. Ab heute: Na gut, wir lächeln – auch hinter der Maske.

 

Übrigens: mir war es wichtig, das C-Wort einfach mal gar nicht zu verwenden. Geht, oder?!

  

Bleiben Sie zuversichtlich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina Fornoff (Dienstag, 20 April 2021 08:43)

    Vielen Dank liebe Dagmar für diesen Impuls! Ja, ich erinnere mich wieder daran, wie krisenresistent ich eigentlich bin und werde mein Bestes tun um noch mehr Zuversicht und Optimismus zu verbreiten. Herzliche Grüße, Bettina