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Valentina Dietrich: Open-Mic

Foto: Valentina Dietrich
Foto: Valentina Dietrich

 

Was kann man Mittwochabends machen? Fernsehen schauen wäre eine Option. Man könnte sich auch mit Freunden treffen, wobei das natürlich wegen Corona etwas schwieriger ist. Aber was wäre, wenn man ein virtuelles Treffen vereinbart? Mit Musik und vielen netten Menschen? Etwas in dieser Form gibt es schon seit etwa einem Jahr in der Ukulelen Community. Da wegen Corona alle Ukulele Festivals und die damit verbundenen Open Stages ausfallen mussten, entstand die Idee, einen virtuellen Open-Mic zu kreieren. Getreu dem Motto, sich nicht im Schallloch des kleinen Instruments zu verkriechen, sondern diesem schöne Töne zu entlocken, treffen sich seit April letzten Jahres immer mittwochabends die Ukulelen - Spieler. Was zunächst mit wenigen, vornehmlich deutschen Teilnehmern begann, ist mittlerweile über die Grenzen hinweg bekannt. Nicht nur aus europäischen Ländern, sondern auch von anderen Kontinenten schalten sich Menschen dazu. Der bisher am weitesten entfernte Gast kam aus Hawaii. Das Treffen findet zwar abends statt, aufgrund der Zeitverschiebung spielen viele aber auch in ihrer Mittagspause oder am Nachmittag. Bei vielen tollen Liedbeiträgen kommt richtig Stimmung auf. Dabei spielen die vier Saiten der Ukulele und ihre Grundtöne Gegen Corona Einfach Anspielen natürlich eine wichtige Rolle. Einmal im Monat gibt es sogenannte „Motto Abende“, bei denen Lieder zu einem bestimmten Thema vorgetragen werden, zum Beispiel „Weihnachten“ oder das Battle „Beatles vs. Rolling Stones“, welches die Beatles haushoch gewannen. Wer beim nächsten Open-Mic auch gerne auf der Bühne stehen möchte, muss sich beeilen, denn die 20 Plätze, ursprünglich 10, sind immer schnell vergeben. Häufig dauert die Veranstaltung bis spät in den Abend. Ein richtiges Erfolgskonzept also, dieser Open-Mic. Vom kleinen Mauerblümchen mauserte er sich schnell zu einer wachsenden Gruppe Teilnehmer, die bis heute expandiert. Immer wieder gibt es neue Gesichter auf dem Bildschirm, verschiedene Genres werden gespielt, neue Instrumente kommen hinzu, wie das Glockenspiel oder eine Trommel. Langweilig wird es im Open-Mic bestimmt nicht. Natürlich wünschen sich alle die guten alten Zeiten mit Festivals und Treffen in echt zurück. Aber eine Bühne, die sich jeden Mittwoch um 20 Uhr erneut öffnet und Menschen von überall auf der Welt einlädt, gab es so vorher noch nicht.

 

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