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Petra Ihm-Fahle: Der Pieks rückt gedanklich näher

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Da ich Ende letzten Jahrs die Lungenembolie hatte, überlegte ich, vielleicht Anspruch auf einen vorgezogenen Impftermin zu haben. Ich rief bei meiner Hausarztpraxis an; die Sprechstundenhilfe wollte meine Anfrage der Ärztin vorlegen. Wenn ich tags darauf mein Rezept für die Krankengymnastik holen würde, so sagte sie, könne ich die Bescheinigung gegebenenfalls gleich mitnehmen.

 

Als ich vor der Arztpraxis ankam, warteten im Treppenhaus drei Frauen. Es dürfen nur maximal drei Patienten in die Praxis zur Anmeldung, daher wartete auch ich. Eine der Frauen saß auf einem Stuhl neben der Tür. Sie war alt, einarmig und putzte sich mühsam die Nase. Zwei jüngere hockten in Abständen auf den Stufen der Treppe, die ein Stockwerk höher führte.

 

"Ist hier das verlängerte Wartezimmer?", fragte ich nach einer Weile. 

 

"Nein, wir warten auf den Test", meinte die ältere Frau. Erschrocken flüchtete ich sofort in die Praxis, wo ich erst einmal erfuhr, keine Risikopatientin zu sein. "Die Frau Doktor sagt, das kriegen wir nicht durch", sagte die Sprechstundenhilfe. 

 

Ich fragte wegen der drei Frauen, die auf ihren Test warteten. "Es besorgt mich etwas, denn ich habe ein paar Minuten daneben gestanden", sagte ich. Die Sprechstundenhilfe beruhigte mich: Es seien Erzieherinnen oder Lehrerinnen, die sich aus beruflichen Gründen regelmäßig testen ließen. Ich war skeptisch, aber zum Glück hatte ich eine Maske auf und Abstand gehalten.      

 

Abends sah ich an der Tankstelle ein neues Magazin namens "Pieks" und kaufte es. Wie ich darin las, soll der Impfstoff AstraZeneca am wenigsten gut schützen, womit ich mich bislang nicht befasst hatte. Ich möchte ihn nicht, doch laut "Pieks" hat man vorerst keinen Einfluss darauf. Sobald die Impfstoff-Knappheit beendet ist, soll sich das aber ändern.    

 

Bis zu meinem Termin wird es nun eh noch ein wenig dauern. 

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