Dagmar Reichardt: Ruhe halten. Noch ein bisschen.

Drei Lämmer! Quelle: privat
Drei Lämmer! Quelle: privat

Wenn der Lockdown eines hervorgebracht hat, dann ist es die Liebe zum Wandern und Spazieren gehen. Ja, auch zum Mountainbiken. Noch nie sind uns so viele Menschen im Wald begegnet wie in diesem Winter.  Mit dem gestrigen Glatt- und Blitzeis wird uns jetzt auch noch diese Möglichkeit „abgeschnitten“. Viele werden hinter den gefrorenen Schreiben ihre Nasen plattdrücken. Die Autos stehen still – nicht, weil die Straßen zu glatt sind. Nein! Weil sie zu Eispalästen erstarrt sind.

 

Die Natur sagt: Ruhe halten. Noch ein bisschen.

 

Eigentlich wartet sie schon darauf, aufzuwachen. Mein Rosmarin, den ich seit vielen Jahren im Winter vor dem Frost schützend in die kalte Waschküche stelle, hat schon Blüten angesetzt. Das wirkt fast tröstlich an diesen grauen Tagen.

  

Unsere Nachbarin hat ein Schaf, dass vor zwei Wochen drei Lämmer geboren hat. Die anderen der Herde bleiben auf der Weide, auch die Lämmer, aber diese vier haben jetzt ein geschütztes Plätzchen auf dem Hof bekommen. Es muss zugefüttert werden, denn die drei überfordern die Mutter. Sie freuen sich über meinen Besuch und die Apfelschalen. Es hat etwas von einer Krippe. Mit dem Stroh und dem warmen Geruch. Sie entwickeln sich prächtig. Und so ganz selbstverständlich. Die Natur lehrt uns Zuversicht. Sie nimmt ihren Lauf. Unbeirrt, wie nach einer inneren Uhr. Die Natur kennt unseren Lockdown nicht und unsere Sorgen um die Zukunft. Selbst die Schneeglöckchen strecken ihre Köpfchen schon hervor und zeigen uns mit diesem Selbstverständnis: Nur Mut. Es geht in den Frühling. 

 

Die Welt unter Eis.

Äste voller Eiszapfen.

Das Erwachen naht.

 

 

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