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Petra Ihm-Fahle: Auschwitz-Gedenken

Foto: Petra Ihm-Fahle (WZ 29.01.2002)
Foto: Petra Ihm-Fahle (WZ 29.01.2002)

Heute ist der 27. Januar, der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Vor 75 Jahren wurde an diesem Tag das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Ein weiteres Mal wird Gedenken pandemiebedingt auf das Internet verlagert.

 

Wenn ich an Auschwitz denke, gehört zu meinen ersten Gedanken Arno Lustiger. Es war 2002, ich war erst zwei Monate als Reporterin für die Wetterauer Zeitung unterwegs. 

 

Als Redner der Gedenkveranstaltung sollte Herr Lustiger auftreten, der als junger Mann Auschwitz überlebt hatte. Ich beschloss, ihn zu interviewen, das erste Mal, dass ich mit einem Zeitzeugen sprach. 

 

In der Wilhelmskirche durfte ich ihm Fragen stellen. Er erzählte, wie er mit Anfang zwanzig den Todesmarsch von Auschwitz in andere Lager überlebte, bei einem weiteren Marsch floh, aber tags darauf gefasst wurde. Er sollte hingerichtet werden, doch auf dem Weg dorthin gelang es ihm erneut, wegzurennen. Kugeln pfiffen ihm hinterher, trafen ihn aber nicht. "Ich weiß nicht, ob mich der Schütze verfehlte oder ob er absichtlich daneben schoss", sagte er.   

 

Ich empfand es so, als ob ihn dieser Gedanke beschäftigte: Ob es Glück gewesen war oder ob am Ende die Menschlichkeit siegte.

 

Wenn heutzutage Bürger die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mit den Zuständen im Dritten Reich vergleichen, ist das angesichts des Völkermords an Juden nicht hinnehmbar.  

 

In Bad Nauheim ist die Gedenkveranstaltung (19.30 Uhr) auf Zoom verlagert, die Plattform für Videokonferenzen, Veranstalter ist die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Den Link kann man sich per E-Mail zusenden lassen.  

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