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Valentina Dietrich: Schnee

Foto: Valentina Dietrich
Foto: Valentina Dietrich

Über Nacht hat es geschneit. Das Land ist weiß, Sträucher und Häuser scheinen wie bepudert. Der Schnee dämpft die Geräusche von Joggern, Spaziergängern mit und ohne Hund sowie Familien mit Kindern, die Schneeengel machen. An den wenigen Steilhängen der Stadt sammeln sich die Rodler zur rasanten Abfahrt. Vögel warten in den Bäumen auf neu aufzuhängendes Futter, während gegenüber die Straße gestreut wird. Etwas weiter entfernt fliegen Schneebälle durch die Luft. Sobald im Flachland etwas Schnee fällt, versinkt alles in wunderbarer Winteridylle. Der Vorteil ist, dass nun wenigstens das Bergland nicht mehr von schneehungrigen Touristen übervölkert werden muss. Spaß vor der eigenen Haustür also und das Risiko einer Infektion wohl minimiert.

 

Irgendwann wandelt sich der Schnee zu Matsch und die Schneemänner und Frauen zu kleinen weißen Haufen. Auf der Straße parkt ein Auto, der Vater lädt die Schlitten der Kinder hinten ein.

 

"Wohin geht es denn?", fragt die Nachbarin.

 

"In den Schnee".

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