· 

Rita H. Greve: Flickenteppich

Screenshot: R.H. Greve

Erst vor wenigen Tagen haben Kanzlerin und Minister zusammen beraten, gemeinsam härtere Maßnahmen beschlossen, und schon gehen die Debatten in den einzelnen Bundesländern wieder los.

 

Während Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sich mit drastischen Worten gegen Forderungen nach Lockerungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen hat, fordert Tübingens OB Boris Palmer ein Lockdown-Ende ab 1. Februar. Er behauptet sogar, es sei der falsche Weg, zuerst die Zahl der Neuinfektionen auf unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Völlig unverständlich.

 

Bereits zu Anfang der Pandemie hatte Palmer sich mit seiner „Altenfeindlichkeit" nicht gerade beliebt gemacht. Dann kam die Wandlung vom "Saulus zum Paulus" - der  sogenannte „Tübinger Weg", der sehr gelobt wurde. Anfang September waren regelmäßige Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeheimen eingeführt worden, um das Eindringen des Virus in die Einrichtungen zu verhindern. In drei Pflegeheimen gab es allerdings wieder Rückschläge. Kommt jetzt der „alte, wahre Palmer" wieder durch?

 

Von Einheitlichkeit in den Bundesländern auch weiterhin keine Spur. Jedes Land entscheidet nach Gutdünken, welche Maßnahmen es umsetzt und welche nicht. Entstanden ist ein Flickenteppich, auf dem sich niemand mehr zurechtfindet, was bei der Bevölkerung für Ärger und Verunsicherung sorgt.

 

In dieser Pandemie ist das föderalistische System eher Fluch als Segen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0