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Petra Ihm-Fahle: Ruckediguh

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Die Corona-Krise ist mir momentan gedanklich eher fern. Das liegt an der Krankheit, die ich in den letzten Monaten entwickelt und noch nicht gänzlich besiegt habe. Bruch des rechten Arms, Thrombose im Bein und überstandene Lungenembolie.  

 

Ich wurstele mit Kompressionsstrümpfen, Medikamenten, Krankengymnastik und Bewegungstherapie herum, was mich innerlich viel mehr beschäftigt als die Corona-Pandemie.  

 

Vorgestern war ich zum ersten Mal bei der Krankengymnastik wegen des Arms. Auf dem 40-minütigen Fußweg dorthin in den "bequemen" Schuhen, wie ich fälschlich dachte, zog ich mir eine minimale Verletzung am Fuß zu, worauf ich wegen des Blutverdünners ziemlich blutete. Die Krankengymnastik konnte trotzdem stattfinden, anschließend wankte ich zur Apotheke, um Mullverband und Heilsalbe zu kaufen. Mit dem Taxi fuhr ich heim und ging hoch zu meiner Wohnung. Bei jedem Schritt auf der Treppe quatschte es leise. Ruckediguh, Blut ist im Schuh. 

 

Meine Schuhe standen einen Tag lang nass im Bad, weil mehrfach gewaschen. Neue bequemere Treter kann ich nicht kaufen, die Geschäfte haben pandemiebedingt zu. Jetzt heißt es improvisieren, ich bin leicht ratlos. Nach einiger Suche finde ich aber ein Paar weiche alte Turnschuhe in meinen Beständen, die gut sitzen.

 

Was mich Corona lehrt: Wir haben von allem genug.

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