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Petra Ihm-Fahle: Nachruf auf Gerhard Hahn

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Der Tag heute begann mit einem großen Schrecken, als ich im Handy nach den Neuigkeiten schaue. Das erste, was ich sehe, ist ein Artikel der Wetterauer Zeitung, mit einem Schwarz-Weiß-Bild unseres geschätzten Stadtverordnetenvorstehers Gerhard Hahn. Herr Hahn ist demnach am 28.12. an einer Corona-Infektion in der Kerckhoff-Klinik gestorben. Ich bin entsetzt, kann es kaum glauben.

 

Noch nicht lange her, als ich ihn im Supermarkt meines Vertrauens traf, wo er mit seiner Frau einkaufte. Ich rief „Herr Hahn!“ – und gratulierte ihm zum Bundesverdienstkreuz, das ihm im Oktober verliehen worden war. Er erzählte mir, dass ein Bürger aus seinem Wohnort Steinfurth die Ehrung beantragt hatte, jemand, den er kaum kannte, der aber seine Arbeit gut fand.

 

Die hessische Ministerin Lucia Puttrich hatte bei der Verleihung seine Frau gebeten, ihrem Mann das Kreuz anzuheften, da sie die Abstandsregeln in der Corona-Pandemie wahren wollte. Ich dachte noch, als ich das Foto in der Zeitung sah, Frau Puttrich sei vielleicht etwas zu vorsichtig gewesen – aber wir sehen, dass man nicht vorsichtig genug sein kann. Trotz aller Vorsicht erwischt das Virus doch die Menschen in unserer Mitte.    

 

Anfang November traf ich ihn und seine Parteikollegen zufällig im Sprudelhof, wo die FW/UWG Fotos für den Kommunalwahlkampf machte. Fraktionsvorsitzender Markus Theis fotografierte gerade Herrn Hahn. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah und sprach. 

 

Herr Hahn war immer sehr nett. Ich erinnere mich an kein einziges Mal, wo er unfreundlich oder genervt gewesen wäre. Er war ein liebenswürdiger Mensch, stets mit einem Lächeln und netten Worten für sein Gegenüber. Ein- oder zweimal war ich bei ihm zuhause, um ihn für ein Thema zu interviewen. Als Rosenfest war, erlaubte er mir einmal, auf seinem Parkplatz zu parken, was für mich eine große Hilfe war. Beim Festumzug saß er stets auf einem Flachdach des Rosensaals und moderierte charmant die Veranstaltung. Vor Jahren schrieb ich einen Artikel über ein Hühnerrennen in Steinfurth, an dem auch er teilnahm. Sein Huhn hieß „Hahnhuhn“, was ich sehr witzig fand. Es war typisch für ihn, er hatte Humor. Als er noch als Pädagoge im Staatlichen Schulamt tätig war, traf ich ihn ebenfalls in angenehmer Atmosphäre dort, um einen Artikel zu schreiben.

 

Früher war er Stadtrat. Eine Zeitlang war er stets der erste Ansprechpartner für mich gewesen, wenn ich über das Rosendorf zu berichten hatte. Nie wimmelte er mich ab, immer half er. Mit großer Ausdauer gab er über einen langen Zeitraum das „Steinfurther Blättchen“ heraus, was ich sehr bewunderte. 

 

Es ist unfassbar und sehr traurig, dass er aufgrund dieser tückischen Krankheit nicht mehr unter uns ist. Ich wünsche der Familie viel Kraft.

 

Ruhen Sie in Frieden, Herr Hahn!  

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Kommentare: 3
  • #1

    Oliver Perthen (Donnerstag, 31 Dezember 2020 01:39)

    Es ist wirklich sehr traurig, dass es auch Menschen direkt aus unserer Mitte trifft. Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft. Vielen Dank Petra für die schönen Worte, es ist wirklich sehr schön und emotional geschrieben!

  • #2

    Volker Pöhler Bad Langensalza (Donnerstag, 31 Dezember 2020 11:16)

    Ich bin sehr erschüttert und sehr traurig. Ich kann es nicht fassen, dass mein Amtskollege Herr Gerhard Hahn nicht mehr lebt. Mein herzlichstes Beileid an die Familie.�

  • #3

    Gerhard Bennemann (Donnerstag, 31 Dezember 2020 13:52)

    Wir haben einen engagierten und immer offenen Kommunalpolitiker verloren, er hinterlässt eine deutliche Lücke und sollte immer als Beispiel für einen fairen Umgang untereinander dienen. Der Familie mein herzliches Beileid.