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Valentina Dietrich: Dinner for One

Foto: https://www.ndr.de/kultur/dinner_for_one/index.html
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Wenn Weihnachten vorüber ist, steuert man direkt auf das nächste Fest zu: Silvester! Nebst Luftschlangen und Knallbonbons gibt es gerade hier in Deutschland den Brauch „Dinner for One – Der 90. Geburtstag“ im Fernsehen zu sehen. Einige der wenigen beständigen Dinge an diesem Jahreswechsel von 2020 nach 2021. Ob in einer der Dialektversionen oder als „Dinner für Brot“ – es ist doch immer „the same procedure as last year“. Oder doch nicht? Schließlich stößt sich die Version an sämtlichen Coronabeschränkungen. Eine regelkonforme Fassung müsste her, der Titel passt ja schon mal. Es beginnt folgendermaßen:

 

 

Das Geburtstagskind kommt die Treppe herunter und nimmt kontaktfrei am Tisch Platz. Ihre vier Freunde sind per Videokonferenz zugeschaltet. Butler James mit blauer Einwegmaske serviert die Speisen und Getränke, doch so richtige Stimmung will während des Abends nicht aufkommen, das liegt ganz klar am Alkoholverbot. Der Tigerkopf, sonst Stolperfalle, ist mit einem Promillegehalt von 0,0 nicht wirklich als Running Gag zu gebrauchen und auch „The Cat“ müsste hemmungslos aus dem Drehbuch gestrichen werden. Pünktlich zur Sperrstunde um 21 Uhr verabschiedet sich Miss Sophie kontaktfrei und der Film ist aus.

 

 

„Dinner for One 2020“ würde wohl funktionieren, wäre aber nur halb so lustig. Ein bisschen Nostalgie muss nun mal sein, ein wenig heile Welt für alle. Es ist doch Silvester.

 

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