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Ursula Luise Link: Allein daheim ...

Am 10. Dezember vermeldete die Wetterauer Zeitung unter Gute Nachricht: Fachstelle gegen Einsamkeit geplant; wohl auch eine traurige Mitteilung, im Sinne von positivem Journalismus in positive Sprache verpackt.

 

Dass Einsamkeit als Geißel unserer modernen Zeit bezeichnet wird, ist nicht neu. Noch nie gab es so viele Single-Haushalte, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Von Japan weiß man, dass Einsame einen besonderen Service bei der Post buchen können. Wer wenigstens dann und wann mit einem realen menschlichen Wesen sprechen will, kann sich einige Minuten Haustür-Kommunikation erwerben. Der Postbote läutet dann und führt eine zeitlich nach Kaufpreis gestaffelte Unterhaltung mit dem einsamen Käufer.

 

Die Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen hat das Problem verschärft. Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski warnt vor einer dramatischen Zunahme der Einsamkeit.

 „Die Pandemie droht zur Epidemie der Einsamkeit zu werden.“

 Ältere zählen zu den am stärksten betroffenen Gruppen.

 „Bei vielen, die 75 Jahre und älter sind, wird aus der Angst sich anzustecken nicht selten Todesangst und aus Rückzug totale Isolation.“

 

https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Droht-mit-Corona-auch-eine-Epidemie-der-Einsamkeit-413847.html

 

 

 

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