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Keine Nachrichten sind gute Nachrichten!

Fast jeder kennt dieses Sprichwort, meist in der englischsprachigen Version.

Stimmt auch der Umkehrschluss – alle Nachrichten sind schlechte Nachrichten?

 

Die „einseitige Fokussierung der Medien auf die negative Sicht“ beschreibt die Journalismus-Forschung als Negativ-Bias. Unsere persönlichen Erfahrungen scheinen das Phänomen zu bestätigen: Abends die Corona Lage im Fernsehen, morgens die Fall- und Sterbezahlen in Zeitung und Netz. Und dazu alle Konflikte, kriegerischen Auseinandersetzungen , Natur- und Hunger-Katastrophen in aller Welt.

 

Nicht wenige flüchten sich in ein neues Biedermeier, betätigen den Ausschaltknopf am Fernseher, schalten auf Trash-TV oder andere ablenkende Formate um, scannen die Zeitung und Magazine nur noch oder bestellen sie gleich ab.

 

Ein instinktiver Selbstschutz? Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass „negative Stimmungen, wie sie zum Beispiel durch negative Nachrichtenbeiträge erzeugt werden können, […] die Leistungsfähigkeit verringern, andererseits „aus einer positiven Grundstimmung die Fähigkeit, kreativ Probleme zu lösen, deutlich höher ist als aus einer negativen Grundstimmung heraus.“

 

Das Problem wird seitens der Medien zunehmend erkannt. Problem erkannt, Problem gelöst? Ansätze – mit ihren jeweiligen Chancen und Risiken – finden sich im konstruktiven und im positiven Journalismus. Der Spiegel startete 2015 eine Reihe konstruktiver Artikel, You-Tube hat seit September 2020 eine Sendereihe namens good news for you TV. Und auch die Wetterauer Zeitung liegt bereits im Trend. In jedem Exemplar findet sich wenigstens eine Gute Nachricht.

 

(Siehe zum Beitrag auch Konstruktiver Journalismus und Positiver Journalismus bei Wikipedia.)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susann (Dienstag, 08 Dezember 2020 13:22)

    Auch eine schlechte Nachricht kann eine gute sein ...