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Monday, monday ...

Dieses Lied lief heute Morgen im Radio und damit wars passiert: Es setzte sich in meinem Kopf fest und nun summe ich es ständig vor mich hin. Es ist ja ein alter Song, einer, der mich an viele Momente erinnert. Meine Kinder habe ich montags manchmal damit geweckt, wenn es mal wieder schwerfiel, zum Start der Woche wieder früh aufzustehen. Ich habe die Bilder direkt vor meinen Augen und muss unwillkürlich lächeln.

 

Es gibt auch Songs, zu denen habe ich früher gerne getanzt. Auch heute noch. Ist noch gar nicht solange her. Halt vor Corona. Vielleicht ein Jahr also. Habe ich eigentlich seitdem getanzt? Ich muss wirklich nachdenken… das kann doch nicht sein.

 

Das muss ich nachholen. Musik transportiert so unglaublich gut Gefühle. Sie versetzen uns direkt, wie eine Zeitreise-Maschine an Orte, an Gemeinschaft, an großartige Abende mit Freunden oder Freundinnen. Das Gefühl von damals ist sofort wieder da. 

Ideal also, jetzt in der Zeit der kurzen Tage, isoliert von vielen Freunden, von Verabredungen im Lieblingscafé, der Bar, im Club. Laute Musik, dazu buntes Licht, und einfach dem Rhythmus hingeben – wann haben wir das das letzte Mal getan?

 

Ganz ehrlich? Das können wir alle und JEDERZEIT haben. Zwar nicht mit vielen anderen geliebten Menschen. Aber es geht auch allein: Unsere Lieblingssongs holen uns die Freunde im Geiste dazu, bringen uns direkt in diese Erinnerung zurück und in das Glücksgefühl. Einfach die Augen schließen und dem Rhythmus eine Chance geben, uns davonzutragen. Einer Studie zufolge vermag es Musik – ähnlich wie Schokolade – Glücksgefühle auszulösen: Das wiesen französische Neurowissenschaftler in einer Studie nach. Demnach spüren etwa 50% der Menschen gelegentlich eine Gänsehaut, wenn sie ihre Lieblingssongs hören. Man wies in dieser Studie bei 18 Probanden nach, dass während dieser Momente das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wurde, und stellte damit einen Zusammenhang zu emotionalen Prozessen und dem Belohnungssystem her. (Leider kann ich an dieser Stelle nicht verlinken, den kleinen Artikel habe ich mir ganz analog ausgeschnitten und aufgehoben. Wo? In der Frankfurter Sonntagszeitung.)

 

Ganz anders wird die Sehnsucht in einer Tanzperformance sichtbar: Elisabeth Schilling tanzt zu „lautloser Musik“, mitten in der Nacht. Mit Kreidefarbe schreibt ihr Team ihren Tanz auf den Boden. Um den stillen Schrei der TänzerInnen nach ihrer Kunstausübung sichtbar zu machen. Wenigstens für einen kleinen Moment.

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