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Sigrun Miller: Spätfolgen

Bild: Sigrun Miller
Bild: Sigrun Miller

Liebe Blogleser! Einige von euch werden sich erinnern, dass ich im Frühjahr über eine Krankenschwester berichtete, eine Holländerin, die sich auf ihrer Intensivstation, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, mit Covid-19 infizierte, mit allen gefährlichen Nebenwirkungen kämpfte, und schließlich nach ihrer Entlassung in Quarantäne in einer Wohnung im oberen Stockwerk ihres Elternhauses allein lebte, ohne Kontakt zu Familie und Freunden. So erzählte es mit meine Schwägerin. 

Ihre Mutter stellte täglich Essen vor die Tür, ihr Mann durfte es – gut geschützt – hereintragen. Einige Monate sind seitdem vergangen, in denen ich nichts Neues von der dramatischen Situation in dem „Corona-Haus“ gehört habe.

Natürlich wollte ich mich auch nicht als aufdringlich oder neugierig erweisen und nach dem Befinden der Tochter fragen. 

In der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass man nach den vielen Monaten in Corona-Quarantäne von einer leichten Besserung der Patientin sprechen kann. Wenn sie sich gut fühlt, dürfen ihre Kinder sie besuchen, müssen sich aber zurückziehen, wenn eine plötzliche Erschöpfung sie überfällt. Auch die Träume von Auswanderung und Neuem Leben sind noch vorhanden und werden gepflegt, wenn man viel alleine ist und sich allmählich von dem     Schock des knappen Überlebens erholt hat.

Ich wünsche ihr von Herzen eine Rückkehr zur Normalität und ein neues Bewusstsein für ein glückliches Dasein.

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