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Ursula Luise Link: Die neue Welt

Bild: "Ruina mundi" von Doris Bauer
Bild: "Ruina mundi" von Doris Bauer

Die neue Welt …

von Corona braucht Beschreibung und Erklärung. 

Fünfhundert Neologismen („neu eingeführte oder neuartig gebrauchte sprachliche  Ausdrücke, die durch Wortbildung, Entlehnung oder Bedeutungsübertragung zustande kommen“) sollen im Zusammenhang mit der Krise entstanden sein. 

Die meisten von ihnen sind Zusammensetzungen aus Corona +, meist leicht zu verstehen:

Corona-Lage, Corona-Abitur, Corona-Leugner, coronaerprobt, Corona-konform …

 

Wer seine Informationen stets upgedatet halten will, muss allerdings mit vielen englischen oder lateinischen Lehnwörtern und der Wissenschaftssprache zurechtkommen:

Dashboard, Face Shield, Lockdown light, präsymptomatisch, Containment (Eindämmung durch Nachverfolgung von Infektionsketten) … 

 

Ein bisschen länger schon dauert das Entschlüsseln von Wortneuschöpfungen, die aus der Zusammenziehung von zwei Wörtern entstehen:

Coronoia (aus Corona und Paranoia) 

Rimbin (Kontraktion aus den beiden Schöpfern C. Rimmmele und M. Binder; ein Ort, an dem Kinder trotz vielleicht noch lange anhaltenden Kontaktbeschränkungen wieder ein soziales Miteinander mit anderen Gleichaltrigen erleben können.)

Wirrologe (aus wirr und Virologe)

 

Andere Wörter beschreiben die veränderte Lebenswelt:

Abstandshochzeit, Balkongesang, Maskenmuffel, Coronablues …

 

Neue Welten sind oft schön, meistens aufregend und reizen zur Entdeckung. Die neue Corona-Welt hätten wir uns lieber geschenkt …

 

 

 

 

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