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Petra Ihm-Fahle: Die Frankfurter Buchmesse

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Die Frankfurter Buchmesse wurde dies Jahr digital auf die Beine gestellt: Von Mittwoch, 14. Oktober bis Sonntag, 18. Oktober, aber man kann sich die Angebote anscheinend noch länger ansehen. Anfang der Woche habe ich mich registriert. Das war kostenlos möglich; jeder hätte sich registrieren können - ob Fachpublikum oder nicht. Begeistert begann ich, zu stöbern.  

 

Das Angebot der Buchmesse unter Corona-Bedingungen ist in digitale Veranstaltungen eingeteilt, in Livestreams mit Diskussionen und dezentrale echte Veranstaltungen in der Mainmetropole. Es gibt ein Ausstellerverzeichnis, das zu den Webseiten der Aussteller führt. Außerdem kann der Online-Besucher thematisch sortiert in Buchangeboten stöbern. 

 

Ich habe eine Live-Lesung von Sofie Beck auf Instagram gehört, außerdem in einiges hineingeschaut, beispielsweise einen Film über Margaret Atwood. Sie ist Kanadierin und Kanada ist/war Gastland. Ferner hörte und sah ich eine Comic-Lesung über Ludwig van Beethoven - dies Jahr ist Beethovens 250. Geburtstag. Auch kanadische Musik hörte ich.

 

Was mir gefiel, war das Online-Angebot "Portfolio statt FBM 2020" von Meike Teichmann, die Kinderbuchillustratorin ist und einen Hashtag #portfoliostattfbm2020 eingerichtet hat, unter dem Illustrator*innen ihre Bilder auf Instagram, Twitter und Facebook posten konnten. Sie hat auch eine Facebook-Gruppe zum Thema Illustration eingerichtet, in der sie einen Workshop durchführt.   

  

Beim Weiterstöbern entdecke ich weitere interessante Offerten, wie das Kinder- und Jugendbuch "Cool Cats & Hot Dogs", was ich mir als frischgebackene Katzenfreundin merken muss. Spannend ist auch die Möglichkeit, sich als Testleserin für den Heyne Verlag zu bewerben. 

 

Meine Gedanken zur digitalen Buchmesse: Man muss Zeit mitbringen, genau wie bei der "richtigen" Messe. Am besten nimmt man sich Urlaub, um alles anzuschauen - dann ist es ein echtes Erlebnis. So konnte ich vieles nur anreißen.

 

Ich muss zugeben, dass ich nach dem zweiten oder dritten Tag gar nicht mehr auf die Seite schaute, bloß gestern überflog ich noch mal das digitale Veranstaltungsprogramm.

 

Dabei fand ich vieles, das langweilte, weil es schon die Tage zuvor auf dem Programm stand, aber auch Interessantes. Ein Beispiel ist ein Gespräch zum Thema "Wir schreibt man anspruchsvolle Kinder- und Jugendliteratur". Moderatorin war Literatur-Bloggerin Lea Kaib, die die Seite "Liberiarium" betreibt. Statt dem Gespräch zu lauschen, googelte ich Lea. 

 

Sie liest viel, stellt einmal pro Monat auf YouTube-Video die Lektüre vor. Wenn ich so etwas sehe, überkommt mich immer die Lust, es den Leuten gleichzutun, aber es ist natürlich eine Zeitfrage. Und so ging es mir mit der gesamten digitalen Buchmesse.

 

Ein so tolles Angebot, aber man zappt nur kurz rein und geht wieder raus. Auch analog: Die Veranstaltung ist so riesig, dass ich stets nur ein wenig schnuppere und an einigen Ständen hängenbleibe und lese, ansonsten eine Kleinigkeit esse und "gut ist".

 

Was für meine Begriffe gar nicht geht, ist, die Frankfurter Buchmesse am Wochenende zu besuchen, wenn sich die Pforten für das Nicht-Fachpublikum öffnen. Dann ist es viel zu voll. Aber das erübrigte sich ja dieses Jahr. 

 

Das Schöne ist im Grunde immer, wenn ich abends meinen guten Freund, den Buchhändler Carsten Vogt, in der DB-Lounge im Frankfurter Hauptbahnhof treffe, wo wir Kaffee trinken und uns austauschen. Muss ihn anrufen - dann war die Digitale Buchmesse rund. 

Carsten Vogt (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Carsten Vogt (Bild: Petra Ihm-Fahle)

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