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Petra Ihm-Fahle: Rauswurf, weil Maske fehlt

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Seit Ende April besteht Maskenpflicht in Deutschland. Dass jemand eines Ladens verwiesen wurde, weil er/sie keine Maske aufhatte, erlebte ich am Freitagabend aber zum ersten Mal.

 

Es war im Discounter meines Vertrauens, als ich in Richtung Kasse ging und hörte, wie eine Verkäuferin einen Mann scharf anwies, die Maske aufzusetzen. Das tat er denn auch. Besagte Verkäuferin war übrigens lange Zeit Kinnträgerin. 

 

Kurz darauf ein weiterer Fall, ein Mann stellte sich "gesichtsnackt" in die Schlange.

"Bitte setzen Sie Ihre Maske auf", sagte die Verkäuferin streng.

"Hab ich vergessen", meinte er. 

"Dann müssen Sie leider raus", erklärten sie und die Kassiererin im Chor.

Ohne einen Mucks verzog sich der Herr. 

 

An der Kasse erfuhr ich, dass die Mitarbeiterinnen an diesem Tag mit fünf Kund*innen eine solche Auseinandersetzung geführt hatten. Das sei viel, weil am Samstag Feiertag und das Geschäft stärker als sonst frequentiert war. 

 

Beim Tanken hatte ich am selben Tag ebenfalls gesehen, wie ein Mann ohne Gesichtsbekleidung in den Shop ging. Mich hätte die Reaktion des Personals interessiert, aber hinter mir wartete bereits ein Auto.

 

Täglich meldet der Wetteraukreis hohe Infektionszahlen - und wir haben nicht mal richtiges Erkältungswetter. Die Zahlen der Corona-Warnampel, die Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert, sind bei uns vorerst noch nicht erreicht: Bei 35 Infizierten innerhalb einer Woche, gerechnet auf 100 000 Menschen, ginge die Ampel auf Gelb.

 

Herbst und Winter werden es zeigen - daher gut, wenn Verkäufer durchgreifen. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Nina (Mittwoch, 07 Oktober 2020 11:00)

    Hallo Petra,

    ich erinnere mich gleich an meine Ladensituation. Ich selbst arbeite im Einzelhandel und empfinde den Hinweis auf die Maskenpflicht als äußerst lästig. Der Einzelhandel ist auch nicht der Ort, um über die Verhältnismäßigkeit der Maskenpflicht zu diskutieren, geschweige denn den empfundenem Unmut darüber in Form von Provokation an VerkäuferInnen zu adressieren.

    An einem ohnehin schon angespannten Tag reagierte ich in einer solchen Situation sofort sehr wütend. Ich hatte für den Menschen nur ein vehementes "Nein. Ich diskutiere nicht mit Ihnen" übrig und öffnete die Ladentür mit einem lauten "RAUS".

    Diese Hinweise und das ständige Bitten und das Erinnern an "Mund und Nase", ist lästig und manchmal frage ich mich, ob ich im Kindergarten bin oder auch:

    Glauben manche Menschen wirklich, dass ein solidarisches Miteinander darauf baut, in alltäglichen Situation in Konfrontation zu gehen?

  • #2

    Martin (Mittwoch, 07 Oktober 2020 13:38)

    Gerade höre ich in der Bundestagsdebatte, wie Schäuble eine AfD-Abgeordnete ziemlich deutlich zurecht weist, weil sie gegen die Hausordnung ohne Maske war. Daraufhin lautes Schimpfen aus der AfD-Fraktion gegen den Bundestagspräsidenten, was laut Hausordnung gar nicht zulässig ist. Will sagen: Für manche ist es noch immer ein politisches Statement, die Sache mit der Maske. Wer rechts ist, trägt keine, gibt nichts auf die Wissenschaft, verhält sich unsolidarisch. Für Leute, die so unterwegs sind, ist es eine Genugtuung, rausgeworfen zu werden. Die anderen, die Turnbeutelvergesser, würden sich mit einem Tuch oder irgendwas behelfen ...

  • #3

    Géraldine (Mittwoch, 07 Oktober 2020 14:29)

    Gute Kommentare zu diesem Beitrag! Kann ich nur zustimmen.
    Ich finde es eine Zumutung, dass die Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, auf die Maskenpflicht hinweisen müssen. Auch wenn ich die Maske als Kundin richtig doof finde, weil ich damit mit meinen Mitmenschen nicht mehr kommunizieren kann und mich im Außenbereich zunehmend wie eine Autistin verhalte, finde ich Widerstand an der Stelle absolut unfair gegenüber allen Menschen, die mit der Maskenpflicht leben und arbeiten müssen. Letzten Endes kann niemand was für die Situation.

  • #4

    Petra (Donnerstag, 08 Oktober 2020 18:12)

    Vielen lieben Dank für die Kommentare :)