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Andreas Arnold: Neue Wege

Foto: privat
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Seit meinem letzten Gastbeitrag hier beim Wetterauer Autorenclub ist viel passiert. Vor allen Dingen sind sämtliche Absagen von geplanten Lesungen passiert. Dabei hatte ich mich sehr gefreut, nicht nur zahlreichen Kindern vorlesen zu dürfen, sondern ihnen auch Bücher signieren zu können. Diese persönliche Note nach einer Lesung, habe ich immer das Gefühl, ist das Wichtigste für meine jungen Leserinnen und Leser.

 

Ich erinnere mich noch an eine Veranstaltung an einer Grundschule in Oberursel, als ein Kind seinen Geldbeutel zu Hause liegen gelassen hatte, den seine Eltern mit dem Buchgeld gefüllt hatten. Als ich sagte, das sei kein Problem, immerhin gäbe es das Buch auch in der örtlichen Bücherei, liefen Tränen. Warum? Weil es dann nicht meine Unterschrift hätte und ich auch nicht seinen eigenen Namen dazuschreiben könnte.

 

Was habe ich gemacht? Ich gab das Buch so heraus und bot an, es könne am Folgetag das Geld der Klassenlehrerin übergeben. Das Kind war glücklich und mit dem Zeugnis dessen durch all jene Kinder, die ebenfalls kein Geld mitgenommen hatten, eine Lawine losgetreten.

 

Insgesamt wurde ich an diesem Morgen auf diesem Weg fünfzehn Bücher los. Nicht für alle bekam ich tatsächlich den Buchpreis im Nachhinein. Die Kindernamen hatte ich mir ohnehin außer in ihr Exemplar von "Fionrirs Reise" nicht aufgeschrieben. Aber darum war es mir auch nicht gegangen, sondern um glückliche Gesichter nach meiner Lesung.

 

Wie jedoch glückliche Gesichter ohne Lesung und Signierstunde realisieren? Die Antwort war schnell gefunden: Mit einem eigenen Onlineshop für signierte Bücher. Der war schnell durch eine tolle Firma aus Bad Nauheim umgesetzt. Wie meine Bücher zu den Kindern oder besser zu deren Eltern kommen, war auch schnell gelöst. Eine nicht minder engagierte Firma aus Frankfurt am Main gestaltete und verwaltete meine Werbung bei Facebook und Instagram.

 

Das alles ist fünf Monate her. Seitdem musste ich lernen, dass Buchverpackungen gerne mal aufreißen und nur Teillieferungen bei Kunden ankommen, dass die Anbindung von PayPal Plus zur Zahlung selbst Profis verzweifeln lässt und das Werbung teuer ist, sehr teuer. Aber darum war es mir auch nicht gegangen, sondern um glückliche Menschen nach dem persönlichen Kontakt mit mir.

 

Eine echte Lesung vor echten Menschen ist nicht zu ersetzen, doch wenn mir Dinge wie das Folgende geschrieben werden, entschädigt das für jeden Aufwand, alle grauen Haare und Nerven, die mir diese Idee brachte und raubte: „Ich finde es so toll, dass man eine personalisierte Widmung bekommen kann. Das ist für meine Jungs gerade in dieser Zeit hoffentlich Balsam für die Seele. Vielen Dank für diesen tollen Service.“ Dennoch hoffe ich sehr, im November wieder Lesungen realisieren zu können – selbst wenn alle kleinen Zuhörer kostenlos signiert bekommen würden.

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