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Rita H. Greve: Superspreader

Screenshot R.H. Greve
Screenshot R.H. Greve

Der heftige Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen geht nach Behördenangaben auf das Konto einer feierfreudigen jungen Frau. Davon ist zumindest das zuständige Landratsamt überzeugt. Die 26-Jährige ist an verschiedenen Tagen durch mehrere Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen, obwohl sie Symptome hatte und sich in Quarantäne befand. Sie hat zahlreiche Menschen angesteckt. Eine Superspreaderin (zu deutsch: Superverteilerin), die das Ergebnis ihres Corona-Tests nicht abgewartet hat.

 

Da mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen ist, verhängte das Landratsamt in der rund 26.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde am vergangenen Freitag Beschränkungen für das öffentliche Leben, nicht gerade zur Freude der Bewohner. Auch das Nachtleben, das der Auslöser war, wurde heruntergefahren. Somit hat eine junge Frau das Nachtleben im oberbayerischen Garmisch-Partenkichen ziemlich lahmgelegt und sich damit auch den Zorn der Wirte zugezogen. Alle Gaststätten müssen  um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

 

Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem „Musterfall der Unvernunft“ und fordert Konsequenzen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert Konsequenzen für die Verursacherin. "Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt." Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen "fahrlässiger Körperverletzung.“  Allein ein Verstoß gegen Quarantäneauflagen kann in Bayern bereits mit einem Bußgeld von 2.000 Euro geahndet werden.

 

Rücksichtnahme, Verantwortungsbewußtsein und Sozialverhalten scheinen für diese Frau Fremdwörter zu sein. Es ist unglaublich, dass jemand in dieser Zeit so verantwortungslos handelt und andere dadurch in Gefahr bringt.

 

Da feiern wohl Egoismus, Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Unvernunft und Dummheit in nur   e i n e r   Person fröhliche Urständ.

 

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