· 

Petra Ihm-Fahle: Katzen in der Krise

Als Kätzchen 2009. Foto: privat
Als Kätzchen 2009. Foto: privat

Auf dem Heimweg von einer Veranstaltung dachte ich über meine zwei 11-jährigen Erbkatzen nach, die allein in meiner Dreizimmer-Wohnung sind, wenn ich unterwegs bin. Ich muss sie fast immer trennen, da der größere der beiden Kater angefangen hat, den kleinen anzugreifen. Der andere hat hingegen die Marotte, um die Katzen-Toiletten herum zu markieren. 

 

Dass ich diese Tiere einmal mein eigen nenne, hätte ich früher nie gedacht. Sie waren mir nicht sympathisch, niemandem in der Familie eigentlich, außer meiner Mutter. Wenn sie mit den Katzen schmuste und wisperte, konnte ich es nicht verstehen. Ich bin eher ein Hundemensch. 

 

Als sie vor etwas über zwei Monaten starb, packte ich die beiden kurzerhand ein und brachte sie von Krefeld nach Bad Nauheim. Es sind Freigänger, aber in Bad Nauheim trauen sie sich nicht durchs Treppenhaus. Begeistert bin ich nicht davon, Tiere zu haben, aber sie sind süß, zwei richtige Charaktere, die ich mag. Im Grunde sind es rührende Wesen. 

 

Katzen kosten Geld, brauchen Zeit und Aufmerksamkeit. Ich habe den Ehrgeiz, Expertise zu erlangen. Dass die zwei in diesem Blog vorkommen, hat seine Berechtigung, denn die Deutschen haben während der Corona-Krise vermehrt Haustiere angeschafft. Und es fragt sich, was sie im Fall einer Corona-Erkrankung mit ihnen machten.   

 

Auch ich könnte Covid-19 bekommen. Mit 58 Jahren gehöre ich rein altersmäßig zur Risikogruppe. Wenn ich erkältet bin, habe ich schlimmen Reizhusten, der sich wochenlang festsetzt. Aber bislang habe ich mich nicht als der Risikogruppe zugehörig gesehen - weil ich sehr vorsichtig bin. 

 

Passieren kann es trotzdem, da sich die Situationen häufen, in denen Menschen zu dicht beisammen sind. Vor einigen Wochen habe ich eine alte Dame für die Zeitung interviewt, die Corona hinter sich gebracht hatte. Sie erzählte, dass ihr anfangs sehr übel gewesen sei, sie sich schlapp fühlte und Fieber hatte. Klassische Symptome wie Atemnot waren nicht bei ihr aufgetreten.

 

Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass sie an Covid-19 erkrankt war. Sie bekam eine Lungenentzündung, aber der Verlauf war nicht so, dass sie sich sterbenselend fühlte. 

 

Im Grunde müsste jedermann/jede Frau im Vorfeld eine Krankenhaustasche packen, um vorgesorgt zu haben, falls es ernst wird und die Sanitäter kommen. Vielleicht verliefe die Erkrankung aber auch so, dass ich zu Hause bliebe und nicht ins Krankenhaus müsste. Mit den zwei Katern könnte das lustig werden. Wie willst du schwerkrank Katzenklos säubern und den Tieren Futter geben?

 

Mittlerweile soll bekannt sein, dass Katzen vereinzelt Covid-19 bekommen und untereinander weitergeben können. Es wird daher abgeraten, sie ins Tierheim oder in die Katzen-Pension zu geben, falls man Corona-erkrankt. Sie könnten ihre Artgenossen anstecken. 

 

Was also tun im Falle eines Falles? 

 

Läge ich mit Corona im Krankenhaus, könnte die Tier-Nanny aus dem Nachbarhaus in die Wohnung kommen, um die Katzen zu füttern. Laut einem Artikel aus deine-tierwelt.de können Haustiere keine Menschen anstecken. Sie scheiden angeblich zu geringe Mengen des Virus aus. 

 

Läge ich zuhause statt in der Klinik, könnte die Nanny nicht kommen. Dann füttere ich mit Übelkeit, Fieber und Atemnot meine Katzen, ehe mir das Katzenklo den Rest gäbe.

 

Wie schön es wäre, die zwei in Katzenkörbe zu packen und zurück nach Krefeld zu fahren. Drei Stunden, dann wären wir da. Ins Haus und zur Terrassentür. Das wäre eine Freude! Die zwei würden miauen, könnten es nicht abwarten, bis der Rollladen oben ist und - zack - wären sie draußen. Überglücklich und erlöst, kein Heimweh mehr. Aggression und Markieren wären vergessen. 

 

Die Zeiten sind aber leider vorbei.

Aus der Großstadt in die Wetterau. Foto: Petra Ihm-Fahle
Aus der Großstadt in die Wetterau. Foto: Petra Ihm-Fahle

Kommentar schreiben

Kommentare: 0