· 

Sigrun Miller: Als die Pandemie anrückte

Symbolbild: David Mark bei Pixabay
Symbolbild: David Mark bei Pixabay

Anfang März dieses Jahres wurden wir (sprich: das Volk) per Zeitung Radio und TV dringend gewarnt, dass ab sofort für Personen, die sich in die Öffentlichkeit, bzw. „uff die Gass“ begeben, eine Maskenpflicht bestehe. Eine Maske ist ein entsprechend der Gesichtsform gebildetes Stück Stoff mit zwei Gummischlaufen zum Befestigen an den Ohren, das die Person, die sie zum Schutz vor Nase und Mund trägt, vom Eindringen des gefährlichen Virus fernhält. Manche bekamen einen kaum zu bändigenden Lachanfall beim Anblick dieser Ausrüstung.

 

Ich kündigte meinen Vertrag mit dem Fitnessstudio. Natürlich verlor ich binnen kurzer Zeit meine mühsam angezüchteten Muskeln, die ich bei einem längeren Krankenhausaufenthalt verloren hatte. Fluchen half nicht, auch nicht im Sessel sitzen und Fernsehen. Ich telefonierte mit Freunden und bat um Ratschläge von erwiesenermaßen eifrigen Joggern und frühmorgendlichen Gymnastik-Freaks. Letzteres veranlasste meinen gemütlichen Eingangsteppich eine Schlaufe zu bilden, über die ich prompt einen sehenswerten Abflug hinlegte.

 

Ich sehne mich nach meinen Fitness-Geräten im Studio und frage mich, ob man so eine Halle vielleicht auch ganz alleine mieten könnte. Ohne prustende, schwitzende und hustende Leidensgenossen. Und dann kam die rettende Idee: Ich werde in den nächsten Tagen eine Spazierfahrt zum Fitness-Studio machen, die Situation unter die Lupe nehmen und auch die Kunden zählen.

 

So, ich bin da. Alle Lampen leuchten um die Wette. Ich schaue mich um. Mein Herz klopft schneller als erwartet, denn es befinden sich nur acht eifrig Trainierende in der Halle, und üben. Die meisten Geräte stehen verlassen herum, werden nicht benutzt und sehen, wie ich mir einbilde, traurig aus.

Die freundliche junge Dame im weißen Kittel, die heute als Aufsicht fungiert, kommt herbei und meint : „So wenig Betrieb! Da könnte man gerade mitmachen.“

Ich nicke ihr zu und frage: „Welches ist der ruhigste Tag?“

Mit einem Lächeln erfahre ich: “Dienstags und donnerstags vormittags.“

„Ich werde am Dienstag da sein.“

 

Hallo, ihr unbewegten Muskeln, macht euch gefasst auf euren Einsatz. Es geht wieder los. Mit diesen Gedanken und einem strahlenden Lächeln mache ich mich auf den Heimweg.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0