· 

Petra Ihm-Fahle: Kunst und Corona

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Was macht Corona mit uns? Dieser Frage spüren auch weitere Initiativen und Ausdrucksformen in der Region nach. Ein Beispiel ist die Kunst-Ausstellung „Wir und Jetzt“, die momentan in der Galerie Trinkkur in Bad Nauheim zu sehen ist. Ich ging zur Vernissage am Sonntag, da mich Freunde tags zuvor neugierig gemacht hatten. 

 

Schauplatz der Reden und der Musik war der Hof der Trinkkuranlage, wo die Besucher locker verteilt im Freien lauschten. Am Eingang zur Galerie stand jemand, der aufpasste, dass immer nur zehn Gäste gleichzeitig im Inneren waren. Eine Tafel zeigte an, wie viele Plätze jeweils frei waren.

 

Ich stellte mich in die Warteschlange, wo es ungefähr 20 Minuten dauerte, bis ich an der Reihe war. Drinnen versuchte ich, zügig durchzugehen, um meinen Platz nicht zu lange zu beanspruchen.

 

Was Corona mit uns macht, stellen unterstützt durch den Verein JUKA e. V. insgesamt sieben Künstler dar, die einen Blick aus dem Jetzt auf die weitere Zeit werfen, auf den Zwiespalt zwischen sozialer Distanz und sozialer Heilung. 

 

Axel Gallun, der sich künstlerisch mit der "Korona" unseres Zentralgestirns befasst. Wie ich hinterher realisierte, hat er das große "Sternentor" vor der Büdinger Willi-Zinnkann-Halle geschaffen, das ich schon oft fotografiert habe.

 

Beate Jakob, die sagt: "Alles ist Bewegung und das Zusammenspiel vieler kleinster, einzelner Punkte - Linien - Atome -Individuen. In Ruhe weiter arbeiten."

 

Elisabeth Müller, die mit Worten in tiefere Schichten des Menschseins einführt, beispielsweise, wie sehr wir schon die Corona-Vokabeln verinnerlicht haben.

 

Marcel Pfeffer, der sich mit dem Thema Ungewissheit und den damit verbundenen Emotionen auseinandersetzt.

 

Dagmar Reichardt, die in ihrer Arbeit auf die Doppeldeutigkeit von Begriffen eingeht, die ihr in der Corona-Zeit begegnet sind.

 

Su Kyong Yu, die federführende Organisatorin, die über die Zeit mit Covid-19 sagt: "Unserer Erfahrung wird eingehen ins globale Gedächtnis, und damit werden wir sie - irgendwann, danach - besser einordnen können."

 

Und ulimy, der Szenen der Krise mit Lego nachgebaut hat, was denn auch einige junge Gäste anzog.

 

Mein Fazit: Gute Stimmung, ansprechende Exponate, interessante Gedanken. Und gut organisiert, was die Corona-Regeln anging. Ganz anders als bei einer Veranstaltung in Echzell am nächsten Tag, wo die Teilnehmer viel zu dicht nebeneinander saßen. Wie sich in der Trinkkuranlage gezeigt hat, können Veranstalter auch in der Corona-Krise ein tolles Event auf die Beine stellen.  

 

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 13. September, montags bis freitags 13-18.30 Uhr, samstags und sonntags 11-18 Uhr. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0