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Sigrun Miller: Zum Teufel mit Corona

Aus dem Buch "Gründgens. Sieben Jahre Düsseldorf"
Aus dem Buch "Gründgens. Sieben Jahre Düsseldorf"

Eigentlich wollte ich nicht mehr über Corona, Covid 19 und Sars-CoV-2 o.ä. schreiben, da es schlechte Laune, negative Aussichten, und  -  keiner gibt es zu   -  auch bei vielen Personen Ängste auslöst. Was wird das Virus uns noch bringen? Wer wird es überwinden, wer trägt unheilbare Schäden davon?

 

Natürlich verfügen einige infizierte Patienten über eine gewisse Immunität, die sie die Corona-Gefahr abschütteln lassen. Es ist fast so, als ginge sie die ganze Geschichte nichts an. Eine der Nebenwirkungen, von der ich jetzt erfahren habe, ist: Die wochenlange Nähe zum Tod und die damit verbundene Gefahr der Panik und Lebensangst verursacht eine Veränderung des Charakters. Personen, die ihre Corona-Erkrankung überstanden haben, tragen sich mit dem Gedanken, ihr Leben komplett zu ändern. Ein Beispiel?

 

O-Ton genesener Patient: Wenn ich dieses Gefängnis hier verlasse, werde ich in ein Corona-freies Land auswandern und total neu anfangen. Familie, Lebensgefährten, alte Freunde lasse ich zurück. Sie können nichts dafür, dass Corona mich beinahe für immer erwischt hätte. Aber jetzt bin ich frei und lebe!

 

Ich kann diese Haltung zu einem bestimmten Grad verstehen, erwarte aber auch ein gewisses Maß an Dankbarkeit für den unermüdlichen Einsatz am Patienten.

 

Lassen sie uns alle das Beste hoffen, für die momentanen Patienten, für die Genesenen und alle, die sich vor Angst demnächst infizieren werden.

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