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Petra Ihm-Fahle: Der neue Viren-Killer

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Kürzlich wechselte ich den Zahnarzt. Wegen der Corona-Krise dauerte es etwas länger, bis ich mich dazu durchringen konnte. Aber im Juli hatte ich meinen Termin bei der neuen Zahnärztin, im August den zweiten. Tolle Praxis – und was ich so noch nicht kannte: Bevor ich mich auf den Behandlungsstuhl setzte, sollte ich 30 Sekunden lang mit Mundspülung gurgeln. „Das machen wir immer so“, sagte mir die Helferin.

 

Ich habe nichts dagegen, einen besonders frischen Atem zu haben, wenn es beim Zahnarzt losgeht, deshalb fand ich die Sache mit der Mundspülung gut. Die Behandlung dagegen war kein Wellness-Erlebnis, da die Zahnärztin eine Stunde lang an mir rumfuhrwerkte und nonstop schimpfte, ich würde den Mund nicht weit genug öffnen. Die neue Füllung scheint allerdings zu sitzen, was eine Menge wert ist. Mein vorheriger Zahnarzt wollte mir stattdessen zwei Kronen aufschwatzen, die mich viel Geld gekostet hätten.    

 

Wieso ich in unserem Blog darauf komme, hat etwas mit der Mundspülung und einem Artikel von „t-online“ zu tun, der dieser Tage erschien: Mundspülung soll helfen, zumindest kurzzeitig Corona-Viren im Mund abzutöten. Ein Träger des Virus kann demnach weniger andere Menschen anstecken, nachdem er/sie gegurgelt hat. Das eigne sich beispielsweise für den Zahnarztbesuch.

 

Getestet hatte die Wissenschaft einige Sorten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Bloß „Listerine Cool Mint“ klang irgendwie bekannt, zudem soll es besonders wirksam sein, wenn man es 30 Sekunden lang benutzt. Ich googelte, fand heraus, dass „dm“ diese Mundspülung führt und kaufte gestern eine Flasche. Leider hatten sie nur mit "mildem Geschmack"; eventuell ist das normale wirksamer. 

 

„Wird das jetzt viel verkauft?“, fragte ich die Kassiererin.

 

„Ja, Listerine wird viel gekauft.“

 

„Mehr innerhalb der letzten zwei Tage?“

 

„Nein, wieso?“

 

Ich erklärte den Sachverhalt, den sie dankend zur Kenntnis nahm: Es sei gut, so etwas zu wissen. Das meine ich auch. Wäre das vielleicht was für Schulen? Wenn jedes Kind vor dem Eintreten ins Klassenzimmer 30 Sekunden mit „Listerine Cool Mint“ gurgelt? Wohl kaum, ich verwarf die Idee sofort. Da höre ich förmlich die Eltern, die sich berechtigt beschweren, weil ihrem Kind davon schlecht wird. Bei der Bad Nauheimer Ernst-Ludwig-Schule wäre es sowieso zu spät, denn dort gab es schon am ersten Tag nach den Sommerferien einen Corona-Fall. Die ganze Klasse und zwei Lehrer mussten in Quarantäne.    

 

"Listerine" könnte helfen, wenn alle es nähmen, aber das ist wohl nicht praktikabel. 

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