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Valentina Dietrich: Regenschauer

Foto: Valentina Dietrich
Foto: Valentina Dietrich

Der Himmel ist dunkelgrau. „Bald wird es regnen!“, sagt man. Die ersten Tropfen fallen vom Himmel und werden bald zu einem dichten Schwall, der sich auf Wiesen und Wege ergießt.

 

Es sind diese Tage, die auch mal trübe Gedanken zulassen. Wir hatten die Infektionszahlen des Coronavirus für einige Wochen eindämmen können, doch nun eskaliert die Lage wieder. Mit 1449 Neuinfektionen pro Tag ist die Angst vor „der zweiten Welle“ durchaus berechtigt. Wir haben nach dem ersten Lockdown viele Lockerungen erlassen bekommen, Restaurants und Geschäfte dürfen wieder öffnen und auch Treffen sind erlaubt. Diese eingeschränkte Normalität ist schon fast zum Alltag geworden und es bleibt fraglich, was mit der Wirtschaft passieren würde, wenn alle Lockerungen zurückgezogen werden würden. Ich sehe mich im Spiegelbild einer Pfütze schon Klopapier und Trockenhefe wie ein Luxusgut bei mir Zuhause horten.

 

Da sind so viele Fragen, die beim Nachdenken angeschwemmt kommen, zum Beispiel wie es wohl nach den Sommerferien in der Schule weitergeht? Ob eine Sanktionierung des „Keine-Maske-Tragens“ mit Bußgeldern den gewünschten Erfolg bringt? Wann wohl der passende Impfstoff gegen das Virus gefunden wird?

 

Ich habe Angst vor Corona und vor dem, was es alles noch anrichten könnte, möchte nicht die wiedergewonnene Freiheit zurückgeben und somit auch den persönlichen Kontakt zu Freunden und Verwandten verlieren. Doch das sich alle an die Regeln halten bleibt eine Wunschvorstellung.

 

Trotzdem gibt es Hoffnung. Viele Menschen machen sich Gedanken, wie man das Leben in Zeiten der Krise verbessern kann, und starten online Projekte und Kurse. Geschäfte und Restaurants achten auf Hygiene, Abstand und Nachverfolgung der Infektionsketten und die Corona-Warn-App informiert zum möglichen Risiko einer Ansteckung.

 

Es regnet zwar immer noch, aber ich gehe jetzt raus. Immerhin gibt es Regenschirme.

 

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