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Sigrun Miller: Das schöne alte Leben

Foto: geralt auf pixabay
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„Hoffentlich ist das mit dem Corona bald wieder vorbei“ sagte Clärchen zu mir zum Abschied anlässlich meines letzten Besuches bei ihr im Altenheim. „Denn wenn das vorüber ist, dann gehe ich wieder nach Hause in meine schöne Wohnung. Außerdem mache ich einen langen Spaziergang durch die Nachbarschaft und klingele überall und sage allen, dass ich wieder da bin. Ach, darauf freue ich mich ja so sehr. Und samstags komme ich wieder zu dir zum Kaffee trinken.“ Ich bejahte vor allem Letzteres, ging aber nicht im Detail darauf ein. Ich hatte kürzlich beim

Einkaufen Claras Pflegesohn getroffen. Auch er war informiert über das Corona-Märchen, das der Grund für Claras Abschiebung ins Altenheim war, damit ihre Wohnung frei wurde.

 

Jeder Blogleser dieser Kolumne hat sicher auch mit großem Interesse über Sandras mehr oder weniger positive und erfolgreiche Fortschritte im Corona-Kampf gelesen. Ich habe jetzt erfahren, dass die Fortschritte eine kleine Pause eingelegt haben, um dann, wie ich hoffe, mit neuer, frischer, geballter Energie bei Sandra zur finalen Heilung anzusetzen. Ihre Laufübungen befinden sich zur Zeit in relativ schwachem Bereich, und ihr Allgemeinzustand bessert sich nur langsam, trotz täglicher professioneller Übungen. Aber sie wird in jeder Lage von der Familie liebevoll umsorgt, vor allem mit Optimismus, was, wie jeder Patient weiß, die wichtigste Medizin ist.

 

Alle Freundinnen rufen zu passenden Zeiten bei ihr an, um den neuesten und lustigsten Klatsch für sie auszubreiten. Ihre Kinder berichten natürlich von schulischen Erfolgen und eventuellen Mißerfolgen, die man dann auf „Du bist ja nicht da!“ schieben kann, was auch für Erheiterung sorgt. 

 

Alles wird wieder gut! Geduld ist die Devise.        

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