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Valentina Dietrich: Corona und der Vulkan

Foto: Valentina Dietrich
Foto: Valentina Dietrich

„Lasst uns doch mal wieder auf den Hoherodskopf fahren!“

 

Warum denn eigentlich nicht? Es klingt zwar etwas skurril, doch die Webseite der Rodelbahn zeigt an, dass diese unter Einhaltung von Abstandsregeln und der Maskenpflicht geöffnet hat. Da das Wetter gut ist, entschließen wir uns kurz entschlossen, loszufahren. Vorbei an Wölfersheim und Schotten kommen wir schließlich auf die Zubringerstraße. 500 Meter ü. NN. 650 Meter ü. NN. Nach einer Stunde Fahrt kommen wir schließlich auf 763 Metern und mitten auf dem erloschenen Vulkan an.

 

So richtig erloschen ist hier aber nur das Magma, denn obwohl noch nicht alle Parkplätze belegt sind, steppt schon mächtig der Bär. Familien mit Kindern, Hobby Fotografen und Wanderer bevölkern den Berg. Den Durchschnittsbesucher erwarten „Adventure Golf“, ein Kletterwald, der Baumkronenpfad, ein „Erlebniswald der Sinne“, Gastronomie und die Sommerrodelbahn, wegen der wir hier sind.

 

Am Eingang müssen wir noch kurz warten, ehe wir einen Bob mit frisch desinfiziertem „Knüppel“ (Geschwindigkeitsregler) bekommen und einsteigen. Leider halten sich nicht alle an den Abstand und teilweise muss aufgrund der vergessenen Maske das T-Shirt als Schutz dienen. Doch davon lassen wir uns nicht die Laune verderben, denn nun geht es los. Ein Mitarbeiter schiebt den Wagen in den Metallkanal und wir rattern den Berg hinab. Steilkurven, Schanzen und Doppelkurven. Mit frischer „Windfrisur“ und einem lächeln im Gesicht kommt man in der Talstation zum Stehen, ehe der Lift einen wieder nach oben transportiert.

 

Nach einigen Runden gehen wir zu einem Restaurant und essen noch ein Eis. Beim Blick ins Tal über die satten grünen Wiesen und kleinen Wäldern fühle ich mich fast wie im Urlaub in den Bergen.

 

Langsam fahren wir den Berg wieder hinunter, eine Stunde später kommen wir Zuhause an. Wenn man von hier aus Richtung Horizont blickt, dann kann man den Hoherodskopf schemenhaft an dem riesigen Fernmeldeturm ausmachen.

 

Man muss nicht weit wegfahren, um einen Tapetenwechsel zu haben. Man kann auch einfach auf einen Vulkan fahren, der trotz allen Änderungen in unserem Leben seit ca. 15-18 Millionen Jahren immer der gleiche geblieben ist.

 

Quelle: https://vogelsberg-blog.de/blog/unser-vulkan/

 

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