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Petra Ihm-Fahle: Das Schwimmbad ruft

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Seit Montag hat nun auch in Bad Nauheim und Friedberg das Freibad wieder offen. Ich war schon zweimal im Usa-Wellenbad, um zu berichten, einmal über die Vorbereitungen, das andere Mal über den Eröffnungstag.

Immer wieder, wenn ich das blaue, frische, glitzernde Wasser sehe, überkommt mich Sehnsucht, zu schwimmen. Auch, da ich weiß, dass sich das Virus wegen des Chlors im Wasser nicht halten soll. In der Corona-Zeit ist es in den Bädern anders als sonst, da ein Hygienekonzept greift, das vom Abstandhalten am Eingang bis zum regelmäßigen Desinfizieren von Handläufen, Duschen und Umkleiden durch das Schwimmbad-Team reicht.  

 

Mit Maske zum WC oder ins Schwimmbad-Café zu gehen, würde mir nichts ausmachen, was mich aber stört, ist die Notwendigkeit, vorher eine Karte für ein festgelegtes Zeitfenster zu kaufen. Entweder online oder in einer Vorverkaufsstelle, womit Schwimmen zur Terminsache wird. Man muss sich erst daran gewöhnen, denke ich.

 

Auf jeden Fall war das Bad am ersten Tag ziemlich leer, und das in den großen Ferien. Die wenigen Gäste hatten die Becken fast für sich allein. Von Gedränge oder streng geregeltem Bahnen-Schwimmen zur Trillerpfeife keine Spur. Schwimmketten waren zwar gespannt, ließen aber großzügig Platz für die zeitweise nur zwei oder drei Leute im Wasser – herrlich. Zumindest für die Besucher, sofern sie Ruhe und keinen Trubel suchen. Für die Verantwortlichen dürfte es eher ein Graus sein, denn das Defizit liegt bereits in Nicht-Corona-Zeiten bei 1,1 Millionen Euro im Jahr, was sich Friedberg und Bad Nauheim teilen.

 

Eine kritische Bürgerin, die den Morgen im Freibad genoss, rief mir empört von der Café-Terrasse zu: „Das hat man vorher gewusst, aber Nein, die Politik musste öffnen. Was das kostet! Nun haben wir den Salat.“ 

 

Ja, man sollte es nutzen, sonst bleibt das Bad nächstes Jahr vielleicht zu. Ich will mir gleich mal ein Ticket buchen. 

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