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Petra Ihm-Fahle: In der vollen Straßenbahn

Fotos: Petra Ihm-Fahle
Fotos: Petra Ihm-Fahle

Normalerweise fahre ich nicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln, aber neulich musste es sein. Ich wollte nach Krefeld zu meiner Mutter, die nach einem Schlaganfall in der Kurzzeitpflege eines Seniorenheims lag. Da ich nicht mit dem Auto in der Großstadt umherfahren mochte, parkte ich meinen Wagen vor dem Haus meiner Mutter und ging zur Straßenbahn-Haltestelle.

 

"Ob ich überhaupt reinkomme?", fragte ich mich. Möglicherweise sind die Plätze ja abgezählt wegen des Abstands von 1,50 Metern. Doch dem war nicht so. Die Bahn kam, ich stieg ein, löste einen Schein beim Fahrer und suchte mir einen Platz. Zu meinem Erstaunen konnte von Abstand nicht die Rede sein. 

Ich hätte es gerne fotografiert, was wegen der Datenschutzgrundverordnung natürlich nicht ging. Die Fahrgäste saßen teilweise dicht nebeneinander. In der Woche darauf war ich wieder in Krefeld, es war noch extremer, die Straßenbahn war voll. 

 

Alle trugen Masken, aber das kann ja nicht reichen. Mich wundert es nicht, dass Nordrhein-Westfalen ein solcher Corona-Hotspot ist, wenn ich so etwas mitbekomme. 

 

Aber vielleicht ist es in Hessen genauso? Ich bin dort während der Corona-Krise weder Bahn noch Bus gefahren, daher weiß ich es nicht.  Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund "rmv" ist die Maske Pflicht, darüber hinaus sollten Fahrgäste die Hygieneregeln einhalten, empfiehlt man. Eindeutigere Infos finde ich nicht. In Kassel sprachen Fahrgäste im April jedenfalls von "unhaltbaren Zuständen" in den Fahrzeugen der Kasseler Verkehrsgesellschaft KGV. Da wundert es mich nicht, dass momentan der Straßenverkehr kollabiert, so kommt es mir zumindest vor. Rechts Autos, links Autos, vorne, hinten Autos, Autos, Autos. Wollen die vielleicht nicht in die Öffentlichen steigen?   

 

Mein Blick auf die Corona-App fiel nach den beiden Straßenbahn-Fahrten ängstlicher aus, aber zum Glück ist immer noch alles im grünen Bereich.     

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