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Petra Ihm-Fahle: Wenn die Krise zu privat wird

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Die Corona-Krise wird privat. Zu Beginn war es einfach, über die Pandemie zu schreiben, denn vieles war neu und völlig ungewohnt. Wir wurden von den Ereignissen überrollt, alles überstürzte sich. Es heißt, dass das Thema Corona noch sehr lange unser Leben bestimmen wird. Etwa deshalb, weil Menschen existenziell gefährdet sind, vielleicht nicht jetzt, aber später. 

 

Sicher ist jede Familie irgendwie betroffen, doch wer will es offen sagen? Unter meinen Angehörigen gibt es bereits eine wirtschaftliche Betroffenheit, aber darüber schreibe ich nicht. Ein anderer Punkt sind die Beschränkungen in Krankenhäusern und der Kurzzeitpflege. Es ist schlimm, wenn ein alter Mensch schwer erkrankt und wochenlang mit all seinen Ängsten in der Quarantäne gehalten wird. Ich will nicht näher darauf eingehen, es ist mir zu privat. Stattdessen ist hier ein Inhalt, der mehr für die Öffentlichkeit taugt.

   

Ich habe einen neuen Masken-Typ entdeckt, zumindest für mich. Gesehen hatte ich sie schon oft, die typische OP-Einmal-Maske, aber sie hat mir bisher nicht gefallen, also griff ich zur Stoffmaske. Problem ist bloß, dass ich das hübsche, handgenähte Teil mitunter vergesse. Dann stehst du vor dem Laden oder der Bankfiliale und weißt nicht, wie du reingehen sollst.  

 

Also hole ich einen Satz Einmal-Masken aus der Apotheke, die ich zur Not ins Auto oder meinen Einkaufs-Trolley legen und immer dabeihaben will. Dabei stelle ich fest, dass dieser Typ Maske sehr leicht ist. Du sprichst und dein Gegenüber versteht dich. Du schwitzt nicht, kannst gut atmen. Bei dicken Stoffmasken dagegen ist die Stimme gedämpft, zudem ist die Atmung erschwert.

Die Einmal-OP-Maske ist von einem unschönen beißenden Blau. Man könnte sie umdrehen, was man aber nicht soll, das Blau muss nach außen. 10 Stück kosten zehn Euro. Was siegt, ist der Pragmatismus.

 

Wieso auch nicht, wenn zu hören ist, dass es eventuell keinen Impfstoff geben könnte? So, wie bei HIV und Hepatitis C. Nicht auszudenken. Man sollte nicht schwarzmalen, doch laut dem Artikel „Vielleicht wird es keinen Impfstoff geben“ (Spektrum online, 08.06.20) könnte es ein langer Weg sein.

 

Wie privat wollen wir wirklich werden, wie weit in die Tiefe gehen? Um weiter über Corona zu schreiben, müssen wir das entscheiden. 

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