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Valentina Dietrich: Mensch ärgere dich nicht

Foto: Valentina Dietrich
Foto: Valentina Dietrich

Mensch ärgere dich nicht. Dieser Satz, der sowohl der Titel eines Brettspielklassikers als auch ein Ratschlag (dann mit einem Komma hinter dem „Mensch“) ist, passt gut zur aktuellen Corona Lage. Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln, Homeoffice, unsichere Urlaubsplanungen, Kontaktverbot und Einschränkungen gefühlt soweit das Auge reicht. Und da soll man sich nicht ärgern oder verunsichern lassen?

 

Klingt schwierig. Auf den zweiten Blick jedoch werden die Maßnahmen von neuen, guten Ideen und Möglichkeiten verdrängt. Da ist das Autokino, das ein Revival erlebt, die Zunahme an Zeit mit der Familie, und Videodienste, über die man sich mit Freunden verabreden oder sogar eine Open-Stage initiieren kann. Man könnte die Krise glatt als Geburtsstunde von Tausenden neuen Ideen und Möglichkeiten oder als Zeit der Wiederentdeckung alter Dinge bezeichnen.

 

Mein ganz persönliches Erlebnis in der Krise war die Wiederentdeckung von einigen schon lange nicht mehr gespielten Brettspielen. Monopoly, das „Spiel des Lebens“ und Weitere wurden abgestaubt, ausgepackt, die Spielanleitung genau studiert und gemeinsam gespielt. Eines Abends wagten wir uns in der Familie zu dritt an den Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“. Der Spielplan wurde ausgefaltet, die bunten Männchen auf ihre Startposition gestellt und schon konnte es losgehen.

 

Obwohl es in diesem Würfelspiel mehr um Glück als um Taktik geht, fiebern doch alle mit, wenn die verschieden farbigen Männchen von Punkt zu Punkt wandern. Da wird die rote Figur von der grünen geschlagen, während die gelbe schon im „Häuschen“ steht. Es bleibt spannend bis zum Ende, wer das Rennen macht und zuerst alle vier Männchen ins Ziel bringt.

 

Letztendlich gewinnt Team Grün und ich werde zweiter. Trotzdem ärgert sich niemand. Ich finde, das sollte man auch auf Corona übertragen. Ärgern bringt hier nämlich gar nichts, weil dadurch weder Maskenpflicht noch Kontaktbeschränkungen verschwinden. Vielmehr sollte man sich an das Brettspiel erinnern und an diesen Satz, den bestimmt jeder schon mal gehört hat. „Nicht den Kopf in den Sand stecken. Neues Spiel, neues Glück!“

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Kommentare: 1
  • #1

    Christa Hoffmann (Sonntag, 07 Juni 2020 19:43)

    Phantasievoller Vergleich zwischen Spiel und Corona Auswirkungen. Danke an Valentina! ☆♡☆