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Sigrun Miller: Die Kämpferin

Foto: Fahle/Ihm-Fahle
Foto: Fahle/Ihm-Fahle

Wir haben den Verlauf von Sandras Erkrankung verfolgt. Ich durfte über ihre Fortschritte berichten, ihre Entlassung und die Freude darüber bei Kollegen und natürlich bei der Familie, ihren Kindern und allen Freunden. 

Jetzt heißt es Aufbautraining, tägliche Physiotherapie. Die einfachsten Übungen wie Laufen, Dinge von A nach B ablegen etc. müssen wieder erlernt werden. Und sie muss vorerst ganz alleine oben im Haus ihrer Eltern in einer Gästewohnung in Quarantäne leben, ohne Mann und Kinder.

Die glücklichen Eltern versorgen sie, wo sie nur können. Natürlich sehnt sie sich nach Kontakt mit ihren Kindern, ihren Freunden, all den Lieben, die sie so sehr vermisst. Was wäre die Alternative? Eine erneute Ansteckung mit ungewissen Folgen.

Ihr Mann ist von der Arbeit freigestellt und darf sie – gut geschützt – täglich besuchen, um mit ihr ein paar Schritte durch die Wohnung zu gehen. Er muss sich dann alle drei Tage auf Covid 19 testen lassen. Alle anderen beschränken sich auf Telefonkontakt mit ihr. Eine Anfrage bei ihren Eltern               über ihren Zustand endet meistens mit der Feststellung: Sie macht sehr langsame Fortschritte, aber sie ist auch unglaublich schwach.

Ich wünsche allen Patienten in ähnlicher Lage Kraft, Mut, den absoluten Willen und die Stärke, die Situation zu überwinden.

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