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Rita H. Greve - Die süße "Korona"

Fotos: Rita H. Greve

In Gartenzentren und von Pflanzenvermarktern wird gerne die Erdbeersorte "Korona" angeboten, eine robuste Pflanze mit roten bis dunkelroten, süßen Früchten von langer Haltbarkeit. Die Namensgleichheit mit dem Virus ist zufällig. Es ist eine alte Sorte, die in den Niederlanden gezüchtet wurde. Sie ist oder sollte man (wegen des Namens) besser sagen war als Gartenerdbeere sehr beliebt, wird aber auch im Feld angebaut.

In meinen Garten kommt sie jedenfalls nicht. Hier wachsen jedes Jahr sehr viele kleine, zuckersüße Walderdbeeren. Und an die Pandemie möchte ich ganz sicher nicht jedes Jahr beim Pflücken erinnert werden.

Wenn wir (meine Tochter und ich) die großen Erdbeeren wollen, gehen wir zum Selbstpflücken.

 

Lange Zeit war nicht klar, ob die Selbstpflücke in diesem Jahr erlaubt sein würde. Zunächst hieß es vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dass das Selbstpflücken von Obst kein Fall von notwendiger Lebensmittelversorgung sei. Stattdessen sei es ein Angebot von Freizeitaktivitäten, die im Rahmen der Corona-Kontaktverbotsregelungen untersagt sind. Nun aber heißt es vom Ministerium, dass die Selbstpflücke nach § 5 der Corona-Schutzverordnung doch grundsätzlich erlaubt ist.Aber auch beim Selbstpflücken müssen bestimmte Hygiene-Maßnahmen getroffen und Abstandsregeln auf dem Feld eingehalten werden.

 

Also machten wir uns auf den Weg nach Butzbach/Ndr.-Weisel. Gesichtsmasken und Handschuhe hatten wir dabei. Außerdem zwei kleine Körbe statt - wie normalerweise - eines großen Korbes, da wir ja nicht nebeneinander pflücken durften, sodern Abstand wahren mußten.

Auf dem Feld angekommen, wurden wir auf den Parkplatz für Selbstpflücker eingewiesen und gingen dann - mit Gesichtsmaske - zur Hütte für die Selbstpflücker, wo unsere Körbe gewogen wurden und wir eine Marke erhielten mit dem Korbgewicht, das später vom Totalgewicht abgezogen wurde. Dann wies man uns in Block 2 ein, wo die Erdbeersorte "Clery" wächst. Maske und Handschuhe konnten wir zum Pflücken abnehmen. Zum Bezahlen später war die Maske wieder anzulegen, worauf auch extra per Schild deutlich hingewiesen wurde. Leider gab es auch hier einige Leute, die meinten, für sie gelte die Regel nicht. An der zweiten Hütte, einer reinen Verkaufshütte mit separatem Parkplatz, sah das anders aus. Abstandslinien waren markiert, und jemand passte auf, dass die Leute den Abstand einhielten und auch die Masken trugen.

Das Erdbeerpflücken hat aber trotz der Auflagen Spaß gemacht und war eine willkommene Abwechslung zu unseren täglichen langen Spaziergängen und unserem Leben in Haus und Garten. Übrigens: Die Früchte schmecken köstlich!

 

Und natürlich habe ich, was immer passiert, wenn ich Erdbeeren sehe, meinen Enkel Merlin sagen hören:" Oma,die Erdbeere ist gar keine Beere. Sie ist eine Sammelnussfrucht. Als eigentliche Frucht gelten die winzigen gelb-grünen Nüsschen auf der Oberfläche des fleischigen Blütenbodens." Richtig ! Da her er im Biologie-Unterricht gut aufgepasst.

Aber ich denke, er würde ganz schön komisch gucken, wenn ich sagen würde: "Heute gibt`s Sammelnussfrüchte zum Nachtisch."

 

 

 

 

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