Sigrun Miller: Wenn Junge ums Überleben kämpfen

Foto: Petra Ihm-Fahle
Foto: Petra Ihm-Fahle

Holland ist ein feines Ferienland! Wir haben uns dort immer sehr wohlgefühlt. Vor Jahren lernten wir unsere Freunde am Strand kennen und erfreuen uns seitdem einer herzlichen Verbindung mit gegenseitigen Einladungen und Besuchen. Ihre älteste Tochter ist Krankenschwester in Maastricht. Die drei anderen, Emma, Robin und Marie, gehen noch zur Schule und mühen sich, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, denn ihr Vater ist Deutscher. 

So, nun also Anruf nach Holland:

 

"Hallo, Lisa, wir haben ein paar Wochen keinen Kontakt gehabt. Ich hoffe, die Pandemie hat euch nicht erwischt."

Sekundenlang Stille, dann bricht sie in Tränen aus und sagt stockend:

"Sandra liegt in ihrem Krankenhaus auf der Intensivstation im künstlichen Koma und wird, wenn nötig, beatmet. Sie ist doch noch so jung!" Ihr Mann Will sei jeden Tag in der Nähe, dürfe aber nicht zu ihr.

"Gestern informiert er uns, dass sie bald auf eine normale Station verlegt wird, weil es ihr besser geht."

 

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. 

 

Gerade die selbstlosen, einsatzfreudigen Pflegerinnen und Pfleger, die sich Tag und Nacht für ihre Patienten einsetzen, holen sich eine Ansteckung der gefährlichen Art und müssen um ihr Leben kämpfen.

 

"Lisa, ich bin in Gedanken bei Euch. Bitte ruf mich bald an und informiere mich über Sandras Zustand. Ich melde mich am Wochenende. Bitte sag mir Bescheid, wenn es irgend etwas gibt, das ich für Euch tun kann. Ich sende Euch die besten Wünsche und Grüße für einen positiven Ausgang dieses Dramas, das ja bestimmt die ganze Familie lahmlegt. 

Alles Liebe und Gute, bis bald!

Eure Sigrun!" 

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