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Rita H. Greve - Tiefdruckgebiet

Foto: Rita H. Greve

Seit einigen Tagen haben sich Tiefs bei mir eingeschlichen, sich in mir breit gemacht und hängen mir auf der Seele wie nasse Federbetten.

Vergangenen Sonntag hätten wir die Konfirmation meines ältesten Enkels feiern wollen. Ein richtiges Familientreffen sollte es werden. Sogar der Patenonkel aus Schweden wäre angereist. Aber die Konfirmation wurde Corona-bedingt auf den Oktober verschoben. Und wer weiß schon, ob der Termin eingehalten werden kann. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meint, die zweite Corona-Welle käme im Oktober. Wohl möglich – nichts ist  sicher in diesen Zeiten.

Meine Tochter und ich hatten uns sehr auf ein Wiedersehen gefreut, sehen wir doch Sohn bzw. Bruder eher selten, da mein Sohn mit seiner Familie in Bayern lebt. Alle sind sehr traurig.

 

Und wenn die „nassen Federbetten“ sehr aufs Gemüt drücken, dann beschleichen mich sogar Gedanken wie: werde ich meine Familie überhaupt noch einmal wiedersehen? Und wenn ja, werden wir uns dann alle angstfrei umarmen können? Angst reist in diesen Tagen ohnehin überallhin mit.

 

Auch hadere ich dann immer wieder mit dem Schicksal, das es mit uns nicht gerade gut gemeint und unsere Lebensperspektiven zerschnitten hat. Und jetzt auch noch diese Pandemie! Hätte uns nicht das wenigstens erspart bleiben können? Sie erschwert unser Leben um einiges und legt die kleinen Freuden, wie den Chorgesang, mein Jazztrio, den muskelaufbauenden, so dringend nötigen Sport und die wenigen sozialen Kontakte auf wer weiß wie lange Zeit lahm.

 

Der Bayer würde sagen: „Des hätt`s net braucht.“

  

Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal voller Überzeugung sagen würde: „Gesundheit ist das höchste Gut, alles andere lässt sich irgendwie regeln.“ Wie wahr dieser Satz ist, wird mir/uns fast täglich vor Augen geführt.

  

Dennoch – alles Hadern nützt nichts.

Bleibt mal wieder das Hoffen auf eine baldige Hochdruckzone, die alle dunklen Wolken für eine Weile wegschiebt und die „nassen Federbetten“ trocknet.

 

Foto: Rita H. Greve

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