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Claudia Biedenkapp: Sport in Zeiten von Corona

Foto: Claudia Biedenkapp
Foto: Claudia Biedenkapp

Seit Wochen liegt meine Sporttasche im Kofferraum, weil auch mein Fitness-Studio seit zwei Monaten geschlossen hatte. Heute, am 15. Mai, dürfen sie alle wieder öffnen und ich frage mich, was mich wohl erwarten würde? Könnte ich wirklich ernst bleiben beim Anblick von ächzenden Bodybuildern, die sich nun zusätzlich unter einer Maske quälen? Der Mangel an Sauerstoff würde wahrscheinlich nicht nur Testosteron, sondern jede Menge Aggression verwirbeln. Dass man in Aufenthaltsräumen und Fluren zu einem Mund- und Nasenschutz verpflichtet ist, der auf der Trainingsfläche lediglich empfohlen ist, leuchtet mir ein. Zwischen den Geräten ist der vorgeschriebene 3-Meter-Abstand gegeben und dass man Trainingsgeräte und Hände desinfiziert, ist logisch. Die Kurse finden fairerweise nur in verkürzter Form statt, damit alle Mitglieder die Chance zur Teilnahme haben. Spinning ist nicht gestattet und geduscht wird sowieso zuhause. Mit diesem Plan B könnte auch ich endlich wieder meinen Trainingsplan absolvieren.

 

Natürlich hab auch ich in den letzten Wochen TV-Gymnastik ausprobiert. Selbst Yoga funktioniert auf dem Wohnzimmerteppich oder im Garten. Auch die Wii-Konsole bietet zahlreiche Möglichkeiten auf dem Bildschirm - nur für unser wohltemperiertes Aqua-Fitness-Training gibt es keinen Ersatz.

Dennoch ist es höchste Zeit, dem Corona-Krisen-Speck meinen Kampf anzusagen.

 

Ich schau‘ nach draußen. In der Sonne glänzt mein frisch geputztes Mountainbike und ich spüre, dass ich dieser unendlich frischen Bad Nauheimer Frühlingsluft einfach nicht widerstehen kann.

Meine Sporttasche wird wohl noch eine Weile im Auto bleiben.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kirsten P (Samstag, 16 Mai 2020 19:29)

    Geht mir genauso.
    Lieber noch abwarten und radeln oder walken.