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Susann Barczikowski: Ideen zur Rettung der Welt

Bild: Susann Barczikowski
Bild: Susann Barczikowski

Jede Hochkultur erfährt irgendwann ihren Niedergang. Ägypter, Römer, die Griechen und die Maya  – sie alle mussten auf dem Höhepunkt ihrer gesellschaftlichen und politischen Entwicklung untergehen. Manchmal brachten auch umweltbedingte Veränderungen eine Kultur zum Fall. Durch „die Überlastung der Ökosysteme durch zu hohen Verbrauch der globalen Ressourcen bei gleichzeitiger Aufspaltung der Gesellschaft in reiche Eliten und einen armen Rest“, wird die Zivilisation zu Grunde gehen (www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/warum-zivilisationen-untergehen-werden-wir-scheitern-wie-die-alten-roemer_id_3738906.html).

 

Die Welt im Jahr 2020. Ein Virus hat uns fest im Griff. So, wie wir bisher gelebt haben, werden wir nicht weiterleben können, sagen Experten. Und doch lesen und hören wir jeden Tag in den Medien, warum es für den Fortbestand unserer Zivilisation vor allem drei Dinge braucht: Fußball (und Bier), Autoindustrie und Flugzeuge.

Ich habe mir Gedanken zu dem Niedergang unserer Hochkultur gemacht und Vorschläge zur Rettung von Fußball, Auto und Flugverkehr erarbeitet:

Die Fußballprofis, die derzeit aus bekannten Gründen nicht vor einem gigantischen Publikum (75.000 Zuschauer in der Allianz-Arena) das Runde ins Eckige treten dürfen und Einnahmen und Gehälter in schwindelerregender Höhe verlieren, könnten ganz einfach zu wahren, systemrelevanten Helden werden. Diese durchtrainierten Ballprofis (negativ auf Covid-19 getestet) könnten ab sofort all jene Mütter (vor allem Alleinerziehende) unterstützen, die Homeoffice, Homeschooling und Homekeeping unter einen Hut bringen müssen. Unsere Fußball-Jungs könnten Kinder, die weder in Schule noch Kita dürfen, in kleinen Gruppen auf den verwaisten Spielplätzen betreuen und ihnen zeigen, was ein Elfmeter ist und wie man sich auf einen Freistoß vorbereitet.

Die Autoindustrie, die alle paar Jahre wieder nach Rettungspaketen schreit und staatliche Hilfen oder Abwrackprämie fordert, müsste erkennen, dass der Bedarf an Automobilen (2019 waren es allein in Deutschland über drei Millionen Neuzulassungen) längst gedeckt ist und stattdessen umrüsten und sinnvolle, weil fehlende medizinische Geräte herstellen. Oder auf die Produktion von Kinderwagen setzen. Denn nach jeder Krise gibt es erwiesenermaßen einen Babyboom.

Die Luftfahrt, die momentan am Boden ist, könnte weiterbestehen, indem sie dringend benötigte Güter (z.B. Kinderwagen) in ferne Länder transportiert. Einige Maschinen wären auch bestens als Spielgerät für Abenteuer-Spielplätze geeignet. Das Servicepersonal könnte „Essen auf Rädern“ anbieten und von Tür zu Tür gehen, bevorzugt in sozialschwachen Bezirken. Wer auch in diesen Zeiten absolut nicht aufs Reisen verzichten mag, könnte in umgerüsteten Flugzeugen (Explorermodell wie auf der Kirmes) einen simulierten Anflug auf Malta erleben oder einen Beinahe-Absturz über dem Amazonas, nebst „Sitzwackeln“. Und das zum Dumping-Preis von 19 Euro hin und zurück!

Die Brauereien, die jetzt ihre Produktion vernichten müssen, weil alle möglichen Feste abgesagt wurden, könnten sich mit der Bäckerei Mack in Butzbach zusammentun und künftig von Haus zu Haus fahren und 1 Liter Bier beim Kauf von 2 Kilo Brot kostengünstig abgeben. Heißt es nicht immer, Bier ist flüssiges Brot?

Zugegeben, die Ideen sind weder ausgereift noch ernst gemeint. Wohl aber der Gedanke dahinter: Wir werden so, wie bisher, nicht weitermachen können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus (Dienstag, 05 Mai 2020 08:36)

    Sehr schöner Artikel, vor allem das mit den Fußballprofis finde ich eine sehr gute Idee.