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Claudia Biedenkapp: Stadtbummel in Zeiten von Corona

Durch die Stadt zu bummeln, fühlt sich anders an – ungefähr wie an einem Neujahrsmorgen im Frühling. Man ist seltener unterwegs und einige sind mehr um die Distanz bemüht als andere. Wer vor Corona die Straßenseite wechselte, hatte meistens einen anderen Grund – heutzutage nicken sich Fremde dankbar zu. Es sind mehr geworden, die Handschuhe oder/und einen Mundschutz tragen. Wer plaudert, tut es jetzt mit der nötigen Distanz und das ist gut so.

Wie wird sich ein Spaziergang durch Bad Nauheim im nächsten Jahr anfühlen? Wird sich unser öffentliches Miteinander dauerhaft verändert haben? Werden sie verschwunden bleiben, die spontanen Umarmungen oder Küsschen zur Begrüßung? Vielleicht werden die Herren wieder mit ihren Hüten grüßen und die Damen das Haus nicht mehr ohne Handschuhe verlassen? Wird sich die Gesellschaft in Zurückhaltung üben, so wie es früher einmal war? Werden wir begreifen, dass unser Leben auch schon vor Corona endlich war und unsere persönliche Freiheit zu schätzen wissen?

 

Ich wünsche mir, dass wir nicht nur in unserem eigenen, sondern im Interesse der Welt lernen, Veränderungen zu akzeptieren und uns auf das besinnen, was wirklich zählt.

 

Claudia Biedenkapp

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Eva Thiel (Dienstag, 16 Juni 2020 19:22)

    Ein Beitrag, der mir gut gefällt in seiner Nachdenklichkeit.