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Rita H. Greve - Zwischen Angst und Hoffnung

Jetzt ist es raus: die Einschränkungen werden gelockert. Hoffentlich ist der Zeitpunkt nicht zu früh gewählt, dann wäre das bisher Erreichte wieder verloren. Immerhin wurde besonnen vorgegangen.

 

Was mich allerdings zweifeln lässt und auch wütend macht, ist die seit Ende März andauernde Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Schutzmasken, die bis heute währt.

 

Politik und Experten sind nach wie vor uneins. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sieht keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Auch Außenminister Spahn hält zu diesem Zeitpunkt nichts davon.

 

Obwohl der Chef der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) das Tragen einer Maske für „reine Symbolpolitik" hält, führen aber einige Städte das Maskentragen verpflichtend ein.

 

Es geht dabei vor allem um den einfachen Mund-Nasenschutz. Der kann zwar den Träger nicht vor einer Ansteckung mit Corona bewahren, aber andere Menschen schützen. Das macht aber nur dann Sinn, wenn alle diesen Schutz tragen. Außenminister Heiko Maas hat es auf den Punkt gebracht: "Es nützt nichts, sich irgendetwas ins Gesicht zu hängen, was überhaupt keine Schutzwirkung entfaltet.“ Er zeigt sich jedoch offen für eine Mundschutzpflicht, wie auch mittlerweile andere Politiker.

 

Dazu ist es nun aber leider nicht gekommen. Es wird lediglich „empfohlen", eine Maske zu tragen, d.h. jeder kann machen was er will. Was soll das denn? Das finde ich überhaupt nicht hilfreich. Aber es ist mir auch klar, dass es gar nicht anders gehen kann. Wenn man die Bevölkerung in die Pflicht nehmen will, muss man erst einmal sicherstellen, dass für alle ausreichend Schutzmasken vorhanden sind – und da liegt das Dilemma. Es gibt sie nicht. Es können ja nicht einmal Kliniken, Ärzte und  Pflegepersonal ausreichend versorgt werden – jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt. Und ich bin mir sicher, dass das Tragen zur Verpflichtung wird, wenn es ausreichend Masken gibt. Allein daran liegt m. E. dieses "Herumgeeire".

 

Nur hat die Sache noch einen Haken: Diese Masken schützen nicht vor dem Virus! Sie halten lediglich Tröpfchen zurück, wenn jemand hustet oder niest. Die Menschen der sogen. Hochrisikogruppe, zu denen ich leider auch gehöre, schützen sie nicht. Mein Immunsystem ist durch Vorerkrankung und Immunsuppressiva herabgesetzt - es kann sich nicht mehr wehren. Außerdem bin ich kein "junger Hüpfer" mehr. Sollte mich also das Virus erwischen, würde ich es nicht überleben. Aber seit Ostern habe ich ein wenig Hoffnung, dass ich diese Krise doch unbeschadet überstehen könnte. Denn ich bekomme eine FFP3-Schutzmaske, eine, die auch mich wirklich schützt und nicht nur die Anderen !

 

Ich würde dafür plädieren, dass jede/jeder, die/der zur Hochrisikogruppe gehört, eine solche Maske bekommt. Damit wäre m. E. ein großes Problem gelöst. Das wäre natürlich nur möglich, wenn genügend Material für ALLE vorhanden wäre.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Politik aus dieser Krise lernt und wieder im eigenen Land produzieren lässt.  Mögen die Herstellungskosten auch höher sein, der Nutzen wäre es auch.

 

Rita H. Greve

 

Bild: pixabay