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Claudia Biedenkapp: Großeltern in Zeiten von Corona

Foto: C. Biedenkapp
Foto: C. Biedenkapp

Karfreitag, 10. April 2020. Aufwachen mit der Gewissheit, dass auch heute nichts im Terminkalender steht. Vor drei Wochen hat die Corona-Krise unser Familienleben erfasst. Das gemeinsame Essen musste ausfallen. Unsere Hoffnung, es schon bald nachholen zu können, hat sich im Kontaktverbot aufgelöst.

 

Ich öffne das Fenster, um mit frischer Luft meine trüben Gedanken zu vertreiben. Beim Anblick des verwaisten Spielplatzes frage ich mich, wie viele Wochen noch vergehen müssen, bis wir mit unseren Kindern und Enkeln wieder an einem Tisch sitzen dürfen. Ich vermisse ihr unbeschwertes Lachen. Werden wir dann wieder fröhlich und unbeschwert sein? Werden wir alle gesund bleiben? Werden wir stärker sein als das Virus?

 

Dankbar für jedes Foto und jeden Video-Clip, den die jungen Eltern schicken, freuen wir uns, dass die 10-Monatige ihre ersten Gehversuche macht, dass sie lacht und uns mit großen Augen winkt, wenn wir skypen. Unser zweites Enkelkind ist 3 Monate alt. Wie gerne würden wir sie im Arm halten und uns von ihren wachen Augen bezaubern lassen. Familienleben auf Distanz tut weh. Unsere jüngste Tochter gehört zur Risikogruppe und ist seit Ende Februar im Home-Office. Wir telefonieren, aber ich möchte sie endlich wieder sehen - wenigstens auf dem Bildschirm.

 

Zur Passivität verurteilt, nutzen mein Mann und ich die Zeit, unsere Wohnung in frischen Farben erstrahlen zu lassen. Es geht uns gut. Wir jammern auf hohem Niveau, wie uns die Nachrichten täglich vor Augen führen.

Die Ruhe vor dem wahrscheinlicher werdenden Sturm ist lähmend. Hoffnung vereint.

Sie war nie von solcher Bedeutung wie jetzt.

 

Claudia Biedenkapp

 

 

 

P.S. Am Ostersonntag wird sich die ganze Familie zum österlichen Kaffeeklatsch treffen – virtuell natürlich. ;-)

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Kommentare: 2
  • #1

    Petra (Freitag, 10 April 2020 10:16)

    Liebe Claudia,
    danke für Deinen Beitrag - gefällt mir super :)
    Herzliche Grüße,
    Petra

  • #2

    Wolfgang Schmidt (Freitag, 10 April 2020 13:47)

    Kopf hoch, auch diese Zeit geht vorbei und dann wird alles nachgeholt.
    Bleibt gesund.
    Wolfgang