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Petra Ihm-Fahle: Abstand

Bild: Uwe Alexi
Bild: Uwe Alexi

Fragt man mich, wie es mir geht, sage ich „Gut“. So ist es aktuell, bleibt vielleicht aber nicht so - wer weiß, was noch kommt. Ich weiß, dass es vielen anderen in der Corona-Krise nicht gut geht. Im Moment genieße ich trotzdem die Ruhe, die Gemächlichkeit, mit der der Alltag während dieser ungewöhnlichen Zeit für mich verläuft.

 

Ich habe zwar Aufträge, aber weniger als sonst, und es herrscht ein deutlich geringerer Lieferdruck. Es besteht keine Terminhetze, sondern die Möglichkeit, Liegengebliebenes abzuarbeiten, das mir schon lange im Nacken sitzt. Allerdings erledige ich diese Sachen teilweise doch nicht, was ich sicher noch bereuen werde, wenn die turbulente Normalität wieder losgeht.

 

Stattdessen wende ich mich Neuem zu, tue Dinge, die mir Spaß machen. Ich arbeite mich beispielsweise in das Thema Online-Meeting ein und befasse mich mit dem neuen Blog des Autorenclubs. Gute Sache. Was haben wir uns den Kopf wegen neuer Ideen gemartert – nun hatten wir eine.

 

Oft, wenn ich in meinem Leben eine Auszeit hatte, sei es durch Krankheit, Urlaub oder wie nun aufgrund der allgemeinen Beschränkungen, hat sich dabei etwas geändert. Manchmal ist Abstand sehr gut. Abstand zu Stress, zu Problemen. „Abstand!“, „Halten Sie Abstand!“ Oft verwendete Phrasen zurzeit, die in meinen Augen aber einen zweiten und tieferen Sinn haben.

 

Wer weiß, wozu es - trotz der Misere - gut ist.

 

Petra Ihm-Fahle

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