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Petra Ihm-Fahle: Das neue Accessoire

Bild: Susann Barczikowski
Bild: Susann Barczikowski

Bei einem Auftrag, den ich für die WZ erledigen sollte, ging es darum, Bürger mit ihren Masken zu fotografieren. Ich sollte sie fragen, woher sie das gute Stück haben, wieso sie sich für dieses Modell entschieden haben usw. Überrascht war ich, wie viele Leute sofort bereit waren, etwas zu sagen und für ein Foto zu posieren. Anders als bei sonstigen Umfragen erhielt ich so gut wie keine Abfuhr. Ich denke, es liegt daran, dass die Menschen momentan noch stolz auf ihre neuartigen Accessoires sind. Zudem ist das Gesicht zu zwei Dritteln verborgen, man kann nicht schlecht getroffen werden.

Erneut habe ich bei diesem Termin etwas über Masken gelernt, für deren "Eigenbau" ich mich interessiere. Bei der Umfrage traf ich auch auf einen Arzt, der empfahl, die Maske nach zwei Stunden abzusetzen, da sie dann feucht sei. Und sobald sie wieder trocken sei, könne man sie wieder aufsetzen. Abkochen o. ä. sei nicht nötig, meinte er, „denn es ist ja der Mund und kein Schmutz“. Eine Frau, beruflich aus der Mikrobiologie, mit der ich abends sprach, bestätigte diese Sichtweise. Andere sagen wiederum, dass das nicht stimmt. Bei einem weiteren Termin morgens in der Schule gab die Lehrerin der Näh-AG einen weiteren Tipp: Masken nach dem Waschen trocken zu bügeln, denn das desinfiziere. Ich denke, das werde ich tun.

 

Gern bastle ich auch auf eigene Faust. Aus Papierservietten, Kleenex, Halstüchern,  Herrentaschentüchern und Haushaltsgummis. Ein Beispiel: Man nehme zwei Blatt Kleenex, lege das Papier aufeinander, darüber noch ein Tempo-Taschentuch. In der Mitte quer durchschneiden, rechts und links ein Streifen Paketband. An den Seiten stanze man mit dem Locher Löcher ein und befestige für die Ohren insgesamt vier Haushaltsgummis. Oben noch mit Tesa oder Paketband den Nasenbügel festkleben, etwa das biegsame Stück Metall, dass sich in Schnellheftern befindet. Oder, wie mir Susann heute schilderte, seien Pfeifenreiniger eine gute Möglichkeit. Schon ist die Maske fertig.

 

Petra Ihm-Fahle

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